Schlagwort-Archive: Weiterstädter Gesundheitsmesse

STÄBCHEN REIN – SPENDER SEIN

Eigentlich war es nur eine verrückte Idee. Aber sie hat sich festgesetzt und wird nun umgesetzt. Angefangen hat alles beim Heimspiel der Lilien (SV Darmstadt 98) gegen Bochum. Die Fu-Fa-Abteilung des SV 98, das Fan Projekt und der Block 1898 riefen zu einer großen Typisierungsaktion für Marion auf. Marion ist eine 61 jährige Dame, die an Leukämie erkrankt ist. Selbst Lilienfan, ist sie auch Mutter eines der Vorsänger aus dem Fanblock, dem Verein also in vieler Hinsicht verbunden.

Marion 1

Um es kurz zu fassen, etwa 600 Menschen ließen sich bei dieser Gelegenheit registrieren. Eine wahnsinnige Menge und doch kamen nicht alle dran. Spender und Sponsoren brachten die immense Summe von ca. 30.000 Euro für die DKMS auf.

Auf dem Heimweg musste ich an unsere Gesundheitsmesse in Weiterstadt denken. Wäre doch eine feine Sache, wenn wir das dort fortsetzen könnten. Denn wo gibt es mehr Menschen, die sich um solche Dinge kümmern und sich dafür interessieren als anlässlich eines solchen Invents. Da ich diese Messe pressetechnisch für den Gewerbeverein betreue, war der Dienstweg kurz und der Vorstand schnell einverstanden. Jetzt galt es Kontakte zu den Organisatoren der letzten Aktion herzustellen. Das war schnell  geschehen und wurde freudig aufgenommen. Etwas problematischere gestaltete sich die Einigung mit der DKMS. Die waren der Meinung, dass sie keine guten Erfahrungen mit solchen Aktionen auf Messen hätten, es kämen zu wenig Freiwillige. Puh … dem Abteilungsleiter der Fu-Fa und mir ging erst mal die Hutschnur hoch. Denn ist es nicht so, dass JEDER Registrierte ein potentieller Lebensretter sein kann und schließlich wir die Arbeit für sie erledigen, ehrenamtlich! Markus gelang es dann aber doch, sie zu überzeugen.

Für mich war das der Startschuss, die Werbe-und Promotiontrommel zu rühren. Sämtliche mir bekannten medialen Kontakte wurde angetiggert. Inzwischen gab es mehrere Zeitungsberichte, Radio und Fernsehen sind darauf aufmerksam geworden, heute Abend gehen wir sogar live mit dem Thema in einer Radiosendung bei Radio Darmstadt (Sendeschiene Offenes Haus, Dienstag, 17:00 – 18:00 Uhr). Da es vielen Lilienfans gab, die aufgrund der total ausgelasteten Logistik der letzten Aktion nicht mehr zur Registrierung kamen, wurde es auch mehrfach am Bölle (Merck Stadion am Böllenfalltor, Heimstadion der Lilien) angesagt.

Jetzt können wir nur warten und hoffen. Auf viele Freiwillige und auf den Zufall, dass unter ihnen jemand ist, der eventuell Marion oder einem anderen Erkrankten als Lebensretter dienen kann.

Für alle, die gerne mitmachen wollen, hier die Eckdaten:

3. Weiterstädter Gesundheitsmesse am 01.10.2017 von 10:00 – 18:00 Uhr. Typisiert wird von 13:00 bis 16:00 Uhr, alles im Weiterstädter Bürgerzentrum, Carl-Ulrich-Straße 9-13, 64331 Weiterstadt. Mehr könnt ihr hier lesen.

AUS JUNG MACH ALT

Nein, das ist keine Bastelanleitung, um aus neuen Möbeln antike Schmuckstückchen zu zaubern! Hier geht es nicht um Tricksen, Täuschen und Magie, sondern das ist das reale Leben, so zu sagen bitterer Ernst … ein Ausblick auf das, was viele von uns erwarten könnte.

Aber vielleicht fange ich am besten vorne an: Als mir jemand das erste mal von „Gerd“ erzählte, hatte ich keine Ahnung, von wem gesprochen wird. Es hat eine Weile gedauert, bis aus Gerd in meinem Kopf GERT wurde … sprich GERontologischer Testanzug. Damit fliegt man weder ins All, noch taucht man besonders tief oder schützt sich vor schädlichen Umwelteinflüssen. Damit wird man schlichterdings alt! Natürlich nur in der Simulation. Mit dieser Spezialausrüstung kann ein Jeder einmal ins Alter schnuppern und sich mit den Gebrechen leihweise belasten, mit denen viele Senioren Tag täglich gebeutelt sind. Durch den Alterssimulationsanzug erleben also auch Jüngere die typischen Einschränkungen, die das Alt werden so mit sich bringt. Dazu gehört die Eintrübung der Augenlinse und die Einengung des Gesichtsfeldes genauso wie eine gewisse Schwerhörigkeit und eine Einschränkung der Kopfbeweglichkeit. Die Gelenke sind steifer, das hat ein vermindertes Greifvermögen zur Folge, ebenso wie der zunehmende Kraftverlust und in Kombination mit all diesen Faktoren ein sich reduzierendes Koordinationsvermögen.

Ja, das klingt wie ein Horrorszenario, doch darf man nicht vergessen, dass diese Symptome für gewöhnlich peu à peu auftreten und … so makaber es klingen mag … sich ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellt. Nichts desto trotz sind sie da, diese Einschränkungen. Bei dem Einen mehr,beim Anderen weniger. Wenn man nun als jüngerer Mensch einmal die Gelegenheit erhält, eine begrenzten Blick ins kommende Alter zu werfen, so sollte man diese beim Schopf packen. Denn neben dem Mehr an Erfahrungen fördert es vielleicht auch das Verständnis für die älteren Mitmenschen. Unser Weiterstädter Bürgermeister hat einen solche Anzug einmal eine ganzen Arbeitstag lang getragen. Obwohl sehr taff und sportlich, geriet er mit seinen Mitte vierzig Lebensjahren doch ganz schön ins schwitzen und kam abends zur Sitzung schon etwas „abgerüstet“, trug also nur noch Teile von GERT. Der Weiterstädter Ortsverband des VdKs hat seit kurzem dank der der finanziellen Unterstützung von AKTION Mensch auch eine solchen GERT und wird ihn auf der Weiterstädter  Gesundheitsmesse  am 09. Oktober vorstellen. Hier gibt es dann auch die Möglichkeit für die Besucher, sich einmal im Altern zu versuchen.