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PEST ODER CHOLERA – ICE ODER STADION

Unsere Stadt, die mitten im Rhein-Main-Ballungsraum liegt, entwickelt sich erfreulich gut. Trotz Lärmfinger des Flughafen Frankfurts, der eine Bebauung in großen Teilen einschränkt, trotz Autobahnen rechts und links, trotz (Groß-)Städten wie Frankfurt oder Darmstadt, bleibt immer noch genug Platz für die Landwirtschaft. Hin und wieder fällt auch noch ein Fleckchen für neu zu erschließende Baugebiete ab, wie erst kürzlich der sogenannte Apfelbaumgarten 2.

Wir können auch über die Größe unserer Gewerbegebiete nicht klagen. Die daraus resultierende Umsatzsteuer gibt uns die Möglichkeit, vieles umzusetzen, zu dem andere Kommunen nicht in der Lage sind.

Casus Knaxus ist, wie in vielen Ballungsgebieten und gut frequentierten Mittelzentren, die Überlastung der Verkehrsadern. Das gilt nicht nur für Straßen, sondern auch für das Schienennetz. A5, A67 und auch die B42 sind ständig überlastet, ausgewichen wird dann auf ortsinterne Straßen, sehr zum Ärger der Anwohner. Im Zuge eines Ausbaus des Schienenetzes im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist eine transnationale Verbindung zwischen Genua und Rotterdam geplant. Die Bestandsstrecke Mainz-Aschaffenburg soll an diese Neubaustrecke angebunden werden. Dafür gibt es mehrere Varianten. Des weitern schwebt unser kleiner „großer“ Nachbar gerade auf dem Höhenflug und träumt von einem eigenen ICE-Anschluss. Die kritische Anschlussvariante, gepaart mit dem Neubau einer Güterverkehrstrasse zur Entlastung der Bestandsstrecken, würde Weiterstadt hart treffen. Neben dem erheblich erhöhten Lärmpegel und großer Entwichlungseinschränkungen auf noch freien Flächen, würde das sehr beliebte Naherholungsgebiet „Braunshardter Tännchen“ mit ziemlicher Sicherheit durch den Schienenstrang zerschnitten und damit unbrauchbar für die örtliche Freitzeitgestaltung.

Teil zwei des Höhenfluges ist ein neues Stadion für den Traditionsverein SV Darmstadt 98. Wobei hier die Darmstädter an und für sich nicht allzu viel Schuld trifft. Die meisten Heiner würden wohl lieber ihr alteingesessenes Bölle behalten, es sei denn, sie wohnen direkt nebenan. Doch der DFB macht einen Stadionneubau zur Auflage für die Lizenz, egal ob in der 1. oder in der 2. Liga. Seit Monaten gibt es Spekulationen über den geplanten Standort des neuen Stadions für die Lilien. Inzwischen hat die Stadt Darmstadt zusammen mit dem SV98 vier Standorte in und um Darmstadt ausgemacht, die in  Frage kämen. Wie man in gut informierten Kreisen unter der Hand munkelt, gehört der Weiterstädter Standort zu den Favoriten. Welcher grüne Darmstädter Bürgermeister, der in diesem Jahr wieder gewählt werden möchte, würde auch zwei Standorte favorisieren, für die hektarweise Wald abgeholzt werden muss. Fakt ist, dass das Areal, welches für den Stadionneubau auserkoren ist, fast vollständig im Besitz der Stadt Darmstadt ist, sich aber auf Weiterstädter Gemarkung befindet. Heißt im Klartext, dass ohne die Erlaubnis Weiterstadts dort keine Bagger rollen würden. Fakt ist weiterhin, dass weder die Stadt Darmstadt, noch der SV98 eine offizielle Anfrage an den Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat. Fakt ist auch, dass unser Bürgermeister prophylaktisch mehrere Bedingungen daran geknüpft hat, auch nur darüber nachzudenken, ob so ein Riesenbau auf diesem Gelände errichtet werden kann. Und letzter Fakt ist, dass dieser Eventuell-Stadionneubau sich nahezu genau dort befindet, wo die neuen Bahntrassen geplanter Weise entlanglaufen sollen.

Wenn ich mich jetzt als Weiterstädterin zwischen Pest oder Cholera entscheiden müsste, also zwischen Bahntrasse und Stadion … ich würde nicht lange überlegen. Als Lilienfan, Selten-Bahnfahrerin und Anwohnerin des am meisten betroffenen Stadtteils Weiterstadt wäre ich definitiv für ein Stadion. Natürlich bringt auch ein Stadion mehr Verkehr und Lärm und vielleicht auch Dreck von durchwandernden Fan. Aber mal ehrlich, Lärm haben wir sowieso schon von der A5, der Verkehr ist an den meisten Samstagen und an Stoßzeiten eh schon heftig … und Straßen können nicht voller als voll sein. Und Dreck, na ja, die Kunden des nahen Einkaufszentrum meiden auch jetzt schon die Benutzung öffentlicher Mülleimer und präferieren die Abfallentsorgung auf Bürgersteigen oder Grünstreifen. Das ganz große ABER sind jedoch die Bedingungen, die der Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat: Für etwaige Überlegungen einer eventuellen Genehmigung für den Stadionneubau muss es Garantien geben: Eine separate Autobahnabfahrt für das Stadion gibt (eine Zuführung der Fans über die B42 kommt nicht in Frage). Der Lärmschutz muss von ausgezeichneter Qualität sein. Die Infrastruktur rund um das Stadion wird komplett ausgebaut. Es gibt eine neue Straßenbahnlinie vom Darmstädter Bahnhof zum Stadion. Im Klartext heißt das, dass irgendjemand mindestens 60 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, bevor die Stadt Weiterstadt darüber nachdenkt. Klingt nicht sehr wahrscheinlich, oder? Außerdem bezweifel ich, dass die Darmstädter so naiv sein werden, einen solchen Wirtschaftsfaktor auf unserer Gemarkung zu platzieren, dafür eine Menge Geld hinblättern und dann zusehen müssen, wie wir von der Gewerbesteuer profitieren. Hadert man doch bei den Nachbarn schon mit dem Einkaufzentrum in unserem Stadtteil. Sollte, allen Einwänden zum Trotz , Darmstadt doch um die benötigte Genehmigung bei uns ersuchen … seien wir doch mal ehrlich! Profitieren wir nicht auch in hohem Maße von dem Neubau? Die Infrastruktur in ein eventuell noch zu erschließendes Gewerbegebiet würde komplett auf Kosten anderer ausgebaut. Die Straßenbahnanbindung, die von einigen Weiterstädtern schon seit Jahren gewünscht wird, gäbe es umsonst. Die Fans, die alle vierzehn Tage zu den Heimspielen kämen, würden vielleicht auch das vor sich hindümpelnde  Einkaufszentrum mit vielen Leerständen und andere Einzelhandelsbetriebe im Dunstkreis des Stadions einen positiven Kick geben. Es gäbe mit Sicherheit auch das Stadion begleitende Gewerbeansiedlungen.

Also: PEST ODER CHOLERA … was hättet ihr lieber?

Das ich nicht ganz alleine mit meinen Gedanken zum Stadionneubau bin, könnt ihr auch hier nachlesen : boellen-weiterstadt

 

NIKOLAUS … ODER DIE KRUX MIT DEN KLONEN

Da ist sie wieder, die Zeit der leuchtenden Kinderaugen, die erwartungsvoll und ein bisschen ängstlich den Herrn im roten Gewand anhimmeln. Meist ist es ja die amerikanische Variante, die sich auch viel besser in die kindliche Fantasie einfügt, als der christlich angehauchte „echte“ Bischof Nikolaus. Die Worte der Eltern im Ohr: Wenn du brav warst, dann bringt der Nikolaus dir auch was .. und schon steigen die Bemühungen der Kleinsten, zumindest für kurze Zeit, den Wünschen der Großen zu entsprechen und die Stiefelchen wandern am Vorabend vor die Tür.

Doch wie gehen wir Eltern mit der Allgegenwart des Herrn in rot um? Egal ob im Supermarkt, auf dem Weihnachtsmarkt, in der Fußgängerzone, bei Weihnachtsfeiern … überall werden die Kinder bereits vor dem 6. Dezember mit seiner Gegenwart behelligt. Am vergangenen Wochenende habe ich eine lustige Szene beobachten dürfen: Auf dem wunderschönen Weihnachtsmarkt im Park des Braunshardter Schlosses kam pünktlich zum Hochbetrieb am Abend der bei den Jüngsten so begehrte weißbärtige Herr mit dem Jutesack voller Kleinigkeiten, zum Glück ohne Rute und Knecht Ruprecht. Um die anfängliche Scheu der Kinder zu minimieren, ging er brav vor ihnen in die Hocke, machte Smalltalk und überreichte erwartungsgemäß sein Schokoladenabbild. Freudestrahlend und stolz zog der so beschenkte Zwerg an der Hand seiner Mutter weiter. Doch langsam aber sicher machte sich Skepsis und Sorge in dem geröteten Gesichtchen breit. Schließlich überwand er sich und fragte mit zitternder Stimme seine Mama, ob denn der Nikolaus jetzt trotzdem noch seinen Stiefel daheim füllen käme. Ach Herr je, diese kindliche Sorge brachte die Frau Mama in arge Erklärungsnot. Natürlich, versprach sie ihm schließlich, käme der Nikolaus auch noch ganz persönlich zu ihm nach Hause. Denn, so die Mutter, der hier sei doch nur ein Stellvertreter vom Echten, der überall rumzieht, um die Kinder auf den besonderen Tag vorzubereiten. Mit Stellvertreter konnte der wohl etwa Vierjährige nichts anfangen, und so machte er ihn kurzer Hand zum Klon … DAS kannte er aus den Star Wars Filmen. Damit waren Mutter und Sohn zufrieden, Vater jedoch schüttelte nur fassungslos den Kopf.

Tja, die Zeiten, in denen der Nachwuchs einfach nur bedingungslos an die Existenz des Nikolauses glaubt, werden heutzutage eben auch immer kürzer. An die wenigen Jahre des blauäugigen Vertrauens schließt sich schnell und übergangslos die Phase der permanenten Skepsis gepaart mit Neugierde, Entdeckertum, detektivischem Spürsinn und schließlich rechthaberischer Aufsässigkeit an. Nach dem Motto: Ätsche bätsche, ich habe euch überführt und es ist ja echt peinlich, was ihr da macht. Um dann langsam aber sicher in das Lebensalter zu kommen, in dem man gerne wieder kindlich naiv an all das Schöne zurückdenkt, was man ein paar Jahre zuvor schnöde verleugnet hat. Denn wie heißt es so schön, für einen Schokonikolaus oder einen Adventskalender ist man nie zu alt und vom pubertierenden Teenager bis hin zum gestandenen Erwachsenen mit einigen Jahrzehnten Lebenserfahrung gerne noch mal Kind.

In diesem Sinne, euch allen eine besinnliche, friedliche Adventszeit im Kreise eurer Lieben!

GREEN PIPES & FRIENDS – EIN SCHOTTISCHES WOCHENENDE FÜR DAS KINDERHOSPIZ BÄRENSTARK

Heute habe ich durch Zufall von einem Veranstaltungswochenende in unserer Stadt gehört, für das ich hier unbedingt einmal Werbung machen möchte. Denn es steht für hohe Professionalität, internationalem Interesse, hochrangige Besetzung, weit gefächertes Angebot und ist dennoch familienfreundlich, für Jedermann geeignet und noch dazu ehrenamtlich organisiert und der Erlös kommt einem guten Zweck zu gute, dem Kinderhospiz Bärenstark in Darmstadt.

Die Idee entwickelten die Mitglieder der Green Pipes & Drums aus Weiterstadt, die sich der schottischen Musik von Dudelsäcken und Trommeln verschrieben haben. Ganze Familien wirken hier mit, sie haben schon viele Konzerte im Inn-und Auslang gegeben und pflegen gute Kontakte zu ihren englischen Musikfreunden, bis hinein in den Buckingham Palast. Für den September 2015 schreiben sie sich etwas ganz Großes in ihren Terminkalender und lösen damit gleichzeitig ein Versprechen ein, dass sie sich selbst bereits in den Gründertagen gaben. Wenn sie bis dato mit anderen Band zusammenspielten, nahmen sie keine Gage, sondern die Zusage mit nach Hause, sich irgendwann einmal zu einem céilidh (schottisch-gälisch für geselliges Beisammensein) wieder zu sehen. Genau dazu laden sie am letzten Septemberwochenende in den Braunshardter Schlosspark ein. Feierlich eröffnet wird das Highlander-Event am Freitag Abend durch ein Gala-Konzert des Musik Korps der Bundeswehr aus Siegburg. Samstag geht es weiter mit einem Abendkonzert vor dem erleuchteten Schloss und einem Streetmarch durch Braunshardt aller befreundeten Bands. Mehr als 500 Musiker sind am Start. Ein schottischer Gottesdienst läutet den Sonntag ein, für den Spaß sorgen Highlandgames für Jedermann. Während des ganzen Wochenendes verwandelt sich der Schlosspark in einen mittelalterlichen Handwerksmarkt, die Aussteller sind handverlesen, für Kinder unter Schwertmaß ist der Eintritt frei, alle anderen zahlen 5,-Euro. Von vornherein stand fest, dass die Green Pipes mit ihrem Mega-Event eine gemeinnützige Organisation unterstützen wollten. Schnell fand man mit dem Kinderhospiz Bärenstark in Darmstadt etwas geeignetes. Und so geht der Erlös dieser Veranstaltung an eine Einrichtung, die sich mit der Pflege und Betreuung schwerst erkrankter Kinder und Jugendlicher beschäftigt und somit bestimmt an genau die Richtigen. Das extra für diese Veranstaltung kreierte Motto „Gemeinsam sind wir Bärenstark!“ gilt wohl für diese Kinder und ihre Familien, aber auch für die Green Pipes, die sich einer Riesenaufgabe stellen müssen. Hier ist jede Unterstützung willkommen! Unter http://www.greenpipes-weiterstadt.de stellen die Musiker sich vor.

In diesem Sinne … Mìle fàilte! …. tausendfach willkommen … in Braunshardt!

WEITERSTADTKULTUR – STADTKULTUR WOHIN DAS AUGE SCHAUT!

Mal ganz kurz was in eigener Sache, ist ja auf einem persönlichen Blog nicht ganz so ungewöhnlich.

Seit Ende letzten Jahres basteln ein paar Unverdrossene, zu denen auch ich gehöre, an einem aktuellen Kalendarium, dass sich mit der Kultur in unserem Wohnort Weiterstadt beschäftigt. Und seit gestern ist es vollbracht, der Kulturkalender Weiterstadts ist online.

http (weiterstadtkultur.de)

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