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HERR ERDOGAN … GEHT´S DENN NOCH!?

Da habe ich mich vor kurzem noch über Donald Trump aufgeregt, der weit weg über dem großen Meer sein Unwesen treibt und nun das! Direkt vor unserer Haustür, na ja fast. In Europa, jedenfalls zum Teil. Aber zu Europa will er ja unbedingt gehören mit seiner Türkei, der Herr Erdogan. Dabei tut er gerade alles, um die Werte, die in europäischen Demokratien so hoch gehalten werden, mit Füßen zu treten.

Seit geraumer Zeit schon setzt Erdogan doch alles daran, seinen Staat und damit dessen Bevölkerung an die Leine zu legen und diese systematisch einzuziehen. Wenn er so weiter macht, hat er sein Ziel, die Alleinherrschaft, bald erreicht.

Im Zuge der mehrfachen Absagen der Auftritte seiner Kabinettsmitglieder in Deutschland hat er angeprangert, Deutschland ließe es an Meinungsfreiheit fehlen. Herr Erdogan, wer hat denn anlässlich des Weltfrauentages friedliche Kundgebungen von Frauen verboten, bzw. gewaltsam zerschlagen?

Desweiteren beklagt er, dass die Presse ein falsches Bild von ihm und seinem Ansinnen zeichnet. Herr Erdogan, wer hat denn hunderte von Journalisten ausgewiesen, verhaftet oder mit einem Arbeitsverbot zum Schweigen gebracht?

Er treibt es auf die Spitze und behauptet, dass in Deutschland diesbezüglich wieder Praktiken wie zu Nationalsozialistischen Zeiten herrschen. Herr Erdogan, wer hat denn Tausende von politisch anders Orientierten inhaftieren lassen, unterdrückt die kurdische Minderheit, lässt sogar kurdische Abgeordnete wegen Terrorverdachts verhaften und fordert nach der Armenien-Resolution der Bundesregierung gar Gentests der türkisch stämmigen Abgeordneten im Bundestag?

Da behauptet der designierte Alleinherrscher des Osmanischen Reiches doch glatt, dass der Nationalsozialismus in Deutschland noch immer weiter geht. Herr Erdogan, wer fantasiert denn vom Großtürkischen Reich, führt munter Krieg mit Nachbars und will die Todesstrafe wieder einführen?

Seiner Meinung nach habe Deutschland nichts mehr mit Demokratie zu tun. Ne, is klar! Herr Erdogan, wer will denn in dem undemokratischen Deutschland Wahlkampf machen für sein Referendum zur Stärkung des eigenen Präsidialsystems und hat längst alle wichtigen Positionen mit linientreuen Parteimitgliedern besetzt und Militärs, hohe Polizeibeamte und Politiker, die nicht so spuren wie gewünscht, verhaften lassen?

„Wenn ich kommen will, tue ich das.“ sprach der selbstbestimmte Patriarch und hatte wohl verdrängt, dass der ehemalige Führer des doch nicht ganz tausendjährigen Reiches genau so agiert hat. Herr Erdogan, wer trägt denn hier den Schnurrbart und bedient sich bei theatralischen Auftritten solch billiger Propaganda?

Bei solchen Äußerungen gegenüber dem deutschen Staat, den ich – so wie viele türkisch stämmige Menschen ebenso – meine Heimat nenne, hätte ich mir eines gewünscht: Eine etwas eindeutigere abweisende Reaktion aus allen politischen Lagern, aber vor allem von unseren Regierungsverantwortlichen. Diplomatie in allen Ehren, aber so wie Kinder brauchen vielleicht auch überhebliche Politiker klar aufgezeigte Grenzen. Hätte ein einheimischer Politiker sich so weit aus dem Fenster gehangen, wäre bestimmt wieder von Volksverhetzung die Rede gewesen … und das zu Recht!

Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, mich als ausländerfeindlich zu bezeichnen … nein, das bin ich ganz bestimmt nicht! Machtbesessenheit, Unterdrückung und Selbstverherrlichung … dem stehe ich feindlich gegenüber!

TRUMP … KOMBI ALLEN ÜBELS???

Dear Mr. President …

Es fällt mir ganz schön schwer, diesen Mann so zu nennen. Für mich kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er sein Amt, in das er auf demokratischem Weg gewählt wurde, für seinen Machtausbau missbraucht. Langsam aber sicher scheint die Wahl das Einzige zu sein, das ihn noch von den anderen Machtbesessenen dieser Welt unterscheidet.

Er setzt Werte, für die das Amerikanische Volk Jahrhunderte lang gekämpft hat, einfach außer Kraft.Lady Liberty schlägt vor Kummer schon die Hände vor´s Gesicht und schämt sich fremd für so Einen an der Spitze ihres Landes.

lady-liberty

Ganz aktuell tritt er die Pressefreiheit mit Füßen, die auch im Amerikanischen Grundgesetz verankert ist.  Journalisten und Presseorgane, die nicht nach seiner Pfeife tanzen, werden kurzerhand ausgesperrt. Zumindest verbal will Trump Journalisten dazu zwingen, ihre Quellen preis zugeben. Dafür gibt es zwar in den einzelnen Bundesstaaten der USA unterschiedliche Regelungen, doch prinzipiell tastet ein Gericht die Anonymität einer Quelle nur dann an, wenn zum Beispiel die nationale Sicherheit gefährdet ist. Doch wer ist es denn eigentlich, der die bemängelten Fakenews ins Amerikanische Volk streut? Mr. President himself! Was war das mit dem Terroranschlag in Schweden, von dem niemand im skandinavischen Land etwas wusste. Oder das imaginäre Massaker von Bowling Green. Harmloser die Variante, als er seine Wahlkampfzahlen als einzigartigen Erfolg anpries und sich von Journalisten aufklären lassen musste, dass sie nichts Besonderes waren. Kein Wunder also, dass er mit der Presse hadert, entlarven sie ihn doch Tag für Tag. Und nun bleibt er auch noch dem Traditionsdinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten fern. Das hat vor ihm nur Ronald Reagan getan, unfreiwillig, da noch verletzt durch den Anschlag auf ihn. Nun ja, vielleicht schmeckt das Essen so auch besser und Späße auf seine Kosten gibt es bestimmt auch in seiner Abwesenheit.

Politische Abkommen und Ähnliches werden mit Füßen getreten. Da soll es neue Millioneninvestitionen in Sachen Rüstung geben. Es macht mir Angst, diesen egoistischen Machtbesessenen mit dem Finger über dem roten Knopf zu wissen. Von erneuerbaren Energien scheint er auch nicht viel zu halten. Da werden auf Teufel komm raus organische Ressourcen abgebaut und auf Kohlekraftwerke gesetzt. Klimawandel hin oder her. Was kommt als nächstes? Der Austritt aus dem Klimaschutzabkommen von Paris? Lieber Mr. President, der Klimawandel wird auch die USA treffen. Mit Geld kann man sich leider keine gesunde Welt kaufen. Geld hat er in seinem Kabinett ja reichlich zusammen gesammelt, dafür umso weniger Know How in Sachen Politik und Diplomatie. Aber vielleicht lässt sich so die Crew auch besser lenken und steuern. So wie er es mit seiner billigen Propaganda auch mit dem Amerikanischen Volk versucht. Da wo dann eventuell die schlechte Rhetorik und die sinkende Beliebtheit im Wege sind, setzt er halt getreue Anhänger seiner Denke auf entsprechende Posten, wie neulich bei der Neubesetzung eines Obersten Richters.

Aber noch ist Amerika eine Demokratie. Noch ist es nicht zu spät, das Blatt für das Land zu wenden. Glaubt man den Experten, ist es auch keine Frage mehr ob, sondern nur noch wann Donald Trump sein Amt wieder los wird.

Liebe Amerikaner, ich kann nur hoffen, dass ihr für den Erhalt der Werte, die euer Land ausmachen, einiges in die Waagschale werfen werdet. Lasst Lady Liberty wieder lächeln!