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RETTUNGSGASSE … EIGENTLICH KEIN HEXENWERK!?

Aus gegebenen Anlass – gestern ist ein Arbeiter von einer Autobahnbrücke gestürzt und die Rettung kam nicht durch – und eigentlich leider in einer Dauerschleife, möchte ich noch einmal alle Autofahrer daran erinnern, dass eine RETTUNGSGASSE Leben retten kann! Ich weiß, dass Gesetze gerne überschritten werden und die Straßenverkehrsordnung immer öfter in Vergessenheit gerät. Trotzdem … hier kann es auch ganz schnell mal um EUER Leben gehen und dann ist das Geschrei groß!

Rettungsgasse_Logo

Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrsteifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“ (§ 11, Absatz 2, Straßenverkehrsordnung)

Dieser Paragraph der StVO gilt seit dem 14.12.2016 und ist ja nicht vom Himmel gefallen. Gesetztlich verpflichtend ist diese lebensrettende Maßnahme schon seit 1982 und so könnte man meinen, es hätte sich langsam in den Köpfen der Kraftfahrergenerationen etabliert. Zumal in der neuen Version detailliert beschrieben wird, wie eine solche Gasse zu bilden ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass es hier tatsächlich um Menschenleben gehen kann, halte ich ein Bußgeld bzw. ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro für viel zu gering. Selbst wenn größere Behinderungen im Nachgang strafrechtlich verfolgt werden, dazu muss man die Übeltäter erst mal erwischen. Warum nicht gleich eine höhere Strafe verhängen, reichlich Punkte in Flensburg inbegriffen. Ich persönlich wäre einem Fahrverbot und/oder einer Nachschulung auch nicht abgeneigt. Das ist einfach KEIN KAVALIERSDELIKT!!

An diejenigen unter den Kraftfahrern, die der Meinung sind, man könne die Zufahrt von Rettung, Feuerwehr, Polizei und Abschleppwagen doch über den Standstreifen regeln … liebe Leute … der ist erstens nicht durchgängig verfügbar und zweitens kann da auch schnell mal jemand mit Panne neben dem Stau stehen … und dann … drüber hüpfen … Telekinese??? Aufwachen … BITTE!!!!

Nicht schrÑg_An den Rand

Aber so richtig in Rage versetzen mich jene Mitmenschen, die nichts anderes zu tun haben, als noch mehr Staus und Stockungen zu verursachen, weil sie ihre Schaulust befriedigen müssen: GAFFER!! Als gäbe es nicht jeden Tag im Fernsehen genug Blut und Katastrophen zu sehen, müssen sie sich am Elend der frisch Verunglückten weiden, immer auf der Jagd nach einem tollen Video, das man bei Youtube, Facebook und Co posten kann. Ich habe es vor zwei Jahren auf dem Rückweg aus dem Sommerurlaub selbst erlebt: Da sind Familienväter mit ihren Kindern auf dem Arm aus dem Auto gestiegen, über die Leitplanke geklettert, um einen Blick auf die Überreste eines Geisterfahrerunfalls zu erhaschen. Da reicht schon kein Fremdschämen mehr, da geht mir jeglicher Glaube an die Menschheit flöten!

MORGEN KANN ES EUCH TREFFEN, IMMER DARAN DENKEN!!

Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr hier.

Photocredit: http://www.rettungsgasse-rettet-leben.de

REISEJOURNAL ILLMITZ – Way home and day after

Da ist er also, der letzte Tag des diesjährigen Sommerurlaubs in Illmitz. Strahlend blauer Himmel morgens um sechs Uhr, der Blick über das Naturschutzgebiet ungetrübt. Eine halbe Tasse Kaffee später formieren sich sieben Störche zum Abschiedsgeleit am Himmel, so viele habe ich die ganzen zwei Wochen nicht auf einmal hier gesehen. Auch die Hasen und die Ricke mit Kitz aus dem benachbarten Gebüsch zeigen sich noch einmal. Fehlt nur noch, dass sie mit dem Taschentuch winken. Frühstück pünktlich um acht Uhr, die letzten Sachen verräumen, alles ins Auto gepackt, einschließlich der gesammelten Familienmitglieder und kurz vor halb zehn startet die Reise. Ein letztes Mal tief Luft holen auf der Höhe von Neusiedl, den schweflig-modrigen See-Schilf-Geruch in die Lungen pumpen. Dann ab auf die Autobahn, immer schön auf die Blitzer achten, davon gibt es reichlich auf österreichischen Autobahnen. Ist dann aber auch nicht lange nötig, denn schon um Wien herum stehen wir das erste Mal, gerade mal 70 Kilometer später. Und es soll leider nicht das letzte Mal sein. Immer wenn ich mal wieder denke, so jetzt gehts weiter, kann ich Gaspedal gegen Bremse tauschen. Vor Passau dann vorerst der totale Stillstand für viel zu lange. Merkwürdiger Weise kommt uns auch keine Auto entgegen. Schlechtes Zeichen! Dann die Schreckensbotschaft aus dem Autoradio: Falschfahrer auf der Gegenspur, Unfall, zwei Tote, vier Schwerstverletzte, Vollsperrung auf beiden Seiten wegen Landung der Rettungshubschrauber. Und wir sind erst etwa acht Kilometer vom Unfallort entfernt und stehen schon. Irgendwann wird unsere Spur wieder freigegeben und wir schleichen am Ort des Grauens vorbei. Am Rande sitzen Rettungskräfte, am Ende ihrer Kräfte, die Hände vors Gesicht geschlagen. Immer wieder  kommt der Verkehr zum Erliegen. Viele wechseln auf die linke Spur um so nah wie möglich am Unglück der anderen vorbei zu kommen. Man könnte ja einen Blick auf einen blutverschmierten Toten werfen, dann hätte man was zu erzählen, aus dem Urlaub! GAFFER!!! … einer der übelsten Sorten Mensch! Einem Polizisten an der Mittelleitplanke reißen die Nerven, er brüllt in die geöffneten Fenster: Fahrt weiter, schert euch weg! Nur allzu verständlich! Um es kurz zu machen, die Heimfahrt war ein arges Wechselspiel der Geschwindigkeiten ….StaubildWir nehmen alles mit, was die Autobahn so zu bieten hat. Von Unwetter mit Starkregen und Sicht gen Null, bis hin zu Sturmschäden, sprich der halbe Wald liegt auf der Fahrbahn verteilt, ganz zu schweigen von den unterschiedlichsten Formen des Vorwärtskommens oder eben auch nicht. Nach 13 Stunden hat die Fahrt ein Ende, 850 Kilometer später. Ich glaube ich war noch nie so froh, in unseren Hof fahren zu können. Die Räder bleiben auf dem Dach, nur das Gepäck rausgeschleppt und schnell die paar Lebensmittel in den Kühlschrank verräumt, alles andere kann warten und tut es ja leider auch, da Heinzelmännchen anderweitig beschäftigt sind.

The day after … sieht es bei uns im Wohnzimmer dann aus wie in einer Altkleidersammelstelle …JpegAber dank des guten Wetters und dem unbändigen Willen der Waschkraftkombination von Hausfrau und Maschine ist der Berg gebändigt, alles verräumt und der Urzustand wieder hergestellt. Auch der Kater hat sich wieder beruhigt und traut sich in den Garten ohne Angst im Nacken, wir könnten fort sein, wenn er zurück kommt. Normalzustand erreicht …. over and out!