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ELEKTOMOBILITÄT – RETTUNG ODER AUSREDE?

Die Situation rund um die Elektromobilität, besonders um die durch Prämien angepriesenen E-Autos, erinnert mich irgendwie an die 80er Jahre, als man Atomstrom als das Nonplusultra ansah, ohne die Risiken und Nebenwirkungen sehen zu wollen. Ein unausgereiftes, nicht zu Ende gedachtes System wurde auf den Markt geworfen. War es Blauäugigkeit oder Berechnung, hier scheiden sich die Geister. „Atomstrom nein Danke! Mein Strom kommt aus der Steckdose!“

Nüchtern betrachtet, wie es in der neuen Clausthaler Werbung so schön heißt, ist es hier nicht anders. Der neue Hype ist bestimmt auch begründet im bösen Buhmann Diesel(Skandal), kam ja gerade ganz passend. Nichts spricht gegen die Umstellung auf E-Fahrzeuge … in vielleicht 10 Jahren … wenn nicht nur das Produkt ausgereift ist und für alle alltags tauglich (finanzierbar) gemacht wurde, sondern auch der gesamte Produktionsprozess den Ansprüchen der Umweltverträglichkeit angepasst wurde.

Warum müssen wir dieses wertvolle Pferd von hinten aufzäumen?

Elektrofahrzeuge entlasten die Umwelt, weil sie keine Schadstoffe ausstoßen. Stimmt. Damit hören für mich aber auch erst mal die Vorteile auf. Die meisten der Modelle sind trotz Prämie für Ottonormalverbraucher kaum zu finanzieren. Neben dem astronomischen Kaufpreis kommt pro Monat die Miete der Energiezelle dazu. Und (Strom) tanken müssen sie auch. Aufgrund der momentan niedrigen Ölpreise liegt der Preis für den Spritverbrauch auf 100 km bei Dieselfahrzeugen im ähnlichen Rahmen wie die Kosten für den Stromverbrauch. Jedoch eignet sich die Reichweite der meisten Modelle lediglich für den leicht erweiterten Stadtverkehr, das Tanken dauert in der Regel Stunden, sieht man von den vereinzelten Schnellladestationen ab, die es vielleicht in 30 Minuten schaffen.

Strom ist nicht nur die Grundlage für den Fahrzeugantrieb. Er ist Basis für die gesamte Fahrzeugproduktion. Doch wie sieht es mit der Umweltverträglichkeit der Stromproduktion aus? Ja natürlich, wir fahren die Atomkraftwerke runter, weil wir inzwischen erkannt haben, wie Tod bringend diese sich auf Mensch und Umwelt auswirken können. Die Stromgewinnung durch Kohle bzw. Gas soll ebenfalls nach und nach ersetzt werden, denn bei der Produktion werden nicht nur tonnenweise Abgase freigesetzt, sondern fossile Rohstoffe wie Kohle, Öl oder Gas sind endlich. Also müssen alternative Energiequellen her. Solarenergie, für private Zwecke bestimmt eine feine Sache, doch allein aufgrund der raumgreifenden Solarpanelen und der Sonnenstunden in dieser Region nicht wirklich für industrielle Produktionen geeignet. Außerdem wissen wir inzwischen, dass die Entsorgung defekter Panelen auch nicht ganz komplikationslos ist. Windenergie könnte eine Alternative sein. Wer kennt sie nicht, die riesigen kreisenden Windräder, mal vereinzelt, in kleinen Gruppen oder in großen Herden an exponierten Stellen aufgestellt. Wind wird es immer geben, genauso wie die Skeptiker, die gegen diese Art der Energiegewinnung sind. Die Umweltverträglichkeit dieser hoch in den Himmel ragenden, monströsen Rotorblätter, ihr Einfluss auf Mensch und Natur in ihrem direktem Umfeld, ist nach wie vor nicht ausreichend untersucht. Von der Verschandelung der Landschaft wollen wir gar nicht erst reden. Es bleibt die Kraft des Wassers. Seit Jahrhunderten in kleinem Rahmen zum Antrieb unterschiedlichster Maschinen genutzt, ist die Technik, diese Urgewalt zur Energiegewinnung zu nutzen, sehr weit fortgeschritten. Trotzdem betrug 2016 der Anteil an durch Wasser produziertem Strom in Deutschland nur 3,3% (Windenergie 12,3%), dabei sind die Produktionskosten hier besonders gering.

Es gibt also genug Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung. Doch was nützt der Strom, der an der Nordsee erzeugt wird, wenn er keine Möglichkeit hat, nach Bayern zu kommen? Limitierender Faktor ist das zu gering ausgebaute Stromnetz, vor allem für Starkstrom. Es fehlen Trassen. Klar, daran wird gearbeitet, aber gut Ding will Weile haben. Warum also propagiere ich eine alternative Antriebsart, wenn zumindest im Moment die Produktion der Fahrzeuge und des Treibstoffes mindestens genauso umweltschädigend ist, wie der Betrieb herkömmlicher Fahrzeuge. Können wir nicht warten, bis wir in der Lage sind, tatsächlich ausreichend alternativ produzierten Strom zu erzeugen und zu verteilen oder gegebenenfalls zu speichern und dann mit der Herstellung und dem Vertrieb der Stromfahrzeuge beginnen. Keiner sagt, dass nicht in diese Richtung fleißig geforscht werden kann. Leistungsstarke, handliche Akkus müssen entwickelt werden, der Betankungsvorgang optimiert und vieles mehr.

Nicht zuletzt muss der Mythos Ökostrom zur Realität werden. Denn wenn ich als Verbraucher beim regionalen Anbieter Ökostrom kaufe, habe ich den in den seltensten Fällen auch in der Leitung. Der Anbieter kauft zwar analog zur bestellten Menge ein, doch verbraucht wird er da, was das vorhandene Netz ihn zur Verfügung stellt.

Photocredit: Dieter Schütz/pixelio.de

PEST ODER CHOLERA – ICE ODER STADION

Unsere Stadt, die mitten im Rhein-Main-Ballungsraum liegt, entwickelt sich erfreulich gut. Trotz Lärmfinger des Flughafen Frankfurts, der eine Bebauung in großen Teilen einschränkt, trotz Autobahnen rechts und links, trotz (Groß-)Städten wie Frankfurt oder Darmstadt, bleibt immer noch genug Platz für die Landwirtschaft. Hin und wieder fällt auch noch ein Fleckchen für neu zu erschließende Baugebiete ab, wie erst kürzlich der sogenannte Apfelbaumgarten 2.

Wir können auch über die Größe unserer Gewerbegebiete nicht klagen. Die daraus resultierende Umsatzsteuer gibt uns die Möglichkeit, vieles umzusetzen, zu dem andere Kommunen nicht in der Lage sind.

Casus Knaxus ist, wie in vielen Ballungsgebieten und gut frequentierten Mittelzentren, die Überlastung der Verkehrsadern. Das gilt nicht nur für Straßen, sondern auch für das Schienennetz. A5, A67 und auch die B42 sind ständig überlastet, ausgewichen wird dann auf ortsinterne Straßen, sehr zum Ärger der Anwohner. Im Zuge eines Ausbaus des Schienenetzes im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist eine transnationale Verbindung zwischen Genua und Rotterdam geplant. Die Bestandsstrecke Mainz-Aschaffenburg soll an diese Neubaustrecke angebunden werden. Dafür gibt es mehrere Varianten. Des weitern schwebt unser kleiner „großer“ Nachbar gerade auf dem Höhenflug und träumt von einem eigenen ICE-Anschluss. Die kritische Anschlussvariante, gepaart mit dem Neubau einer Güterverkehrstrasse zur Entlastung der Bestandsstrecken, würde Weiterstadt hart treffen. Neben dem erheblich erhöhten Lärmpegel und großer Entwichlungseinschränkungen auf noch freien Flächen, würde das sehr beliebte Naherholungsgebiet „Braunshardter Tännchen“ mit ziemlicher Sicherheit durch den Schienenstrang zerschnitten und damit unbrauchbar für die örtliche Freitzeitgestaltung.

Teil zwei des Höhenfluges ist ein neues Stadion für den Traditionsverein SV Darmstadt 98. Wobei hier die Darmstädter an und für sich nicht allzu viel Schuld trifft. Die meisten Heiner würden wohl lieber ihr alteingesessenes Bölle behalten, es sei denn, sie wohnen direkt nebenan. Doch der DFB macht einen Stadionneubau zur Auflage für die Lizenz, egal ob in der 1. oder in der 2. Liga. Seit Monaten gibt es Spekulationen über den geplanten Standort des neuen Stadions für die Lilien. Inzwischen hat die Stadt Darmstadt zusammen mit dem SV98 vier Standorte in und um Darmstadt ausgemacht, die in  Frage kämen. Wie man in gut informierten Kreisen unter der Hand munkelt, gehört der Weiterstädter Standort zu den Favoriten. Welcher grüne Darmstädter Bürgermeister, der in diesem Jahr wieder gewählt werden möchte, würde auch zwei Standorte favorisieren, für die hektarweise Wald abgeholzt werden muss. Fakt ist, dass das Areal, welches für den Stadionneubau auserkoren ist, fast vollständig im Besitz der Stadt Darmstadt ist, sich aber auf Weiterstädter Gemarkung befindet. Heißt im Klartext, dass ohne die Erlaubnis Weiterstadts dort keine Bagger rollen würden. Fakt ist weiterhin, dass weder die Stadt Darmstadt, noch der SV98 eine offizielle Anfrage an den Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat. Fakt ist auch, dass unser Bürgermeister prophylaktisch mehrere Bedingungen daran geknüpft hat, auch nur darüber nachzudenken, ob so ein Riesenbau auf diesem Gelände errichtet werden kann. Und letzter Fakt ist, dass dieser Eventuell-Stadionneubau sich nahezu genau dort befindet, wo die neuen Bahntrassen geplanter Weise entlanglaufen sollen.

Wenn ich mich jetzt als Weiterstädterin zwischen Pest oder Cholera entscheiden müsste, also zwischen Bahntrasse und Stadion … ich würde nicht lange überlegen. Als Lilienfan, Selten-Bahnfahrerin und Anwohnerin des am meisten betroffenen Stadtteils Weiterstadt wäre ich definitiv für ein Stadion. Natürlich bringt auch ein Stadion mehr Verkehr und Lärm und vielleicht auch Dreck von durchwandernden Fan. Aber mal ehrlich, Lärm haben wir sowieso schon von der A5, der Verkehr ist an den meisten Samstagen und an Stoßzeiten eh schon heftig … und Straßen können nicht voller als voll sein. Und Dreck, na ja, die Kunden des nahen Einkaufszentrum meiden auch jetzt schon die Benutzung öffentlicher Mülleimer und präferieren die Abfallentsorgung auf Bürgersteigen oder Grünstreifen. Das ganz große ABER sind jedoch die Bedingungen, die der Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat: Für etwaige Überlegungen einer eventuellen Genehmigung für den Stadionneubau muss es Garantien geben: Eine separate Autobahnabfahrt für das Stadion gibt (eine Zuführung der Fans über die B42 kommt nicht in Frage). Der Lärmschutz muss von ausgezeichneter Qualität sein. Die Infrastruktur rund um das Stadion wird komplett ausgebaut. Es gibt eine neue Straßenbahnlinie vom Darmstädter Bahnhof zum Stadion. Im Klartext heißt das, dass irgendjemand mindestens 60 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, bevor die Stadt Weiterstadt darüber nachdenkt. Klingt nicht sehr wahrscheinlich, oder? Außerdem bezweifel ich, dass die Darmstädter so naiv sein werden, einen solchen Wirtschaftsfaktor auf unserer Gemarkung zu platzieren, dafür eine Menge Geld hinblättern und dann zusehen müssen, wie wir von der Gewerbesteuer profitieren. Hadert man doch bei den Nachbarn schon mit dem Einkaufzentrum in unserem Stadtteil. Sollte, allen Einwänden zum Trotz , Darmstadt doch um die benötigte Genehmigung bei uns ersuchen … seien wir doch mal ehrlich! Profitieren wir nicht auch in hohem Maße von dem Neubau? Die Infrastruktur in ein eventuell noch zu erschließendes Gewerbegebiet würde komplett auf Kosten anderer ausgebaut. Die Straßenbahnanbindung, die von einigen Weiterstädtern schon seit Jahren gewünscht wird, gäbe es umsonst. Die Fans, die alle vierzehn Tage zu den Heimspielen kämen, würden vielleicht auch das vor sich hindümpelnde  Einkaufszentrum mit vielen Leerständen und andere Einzelhandelsbetriebe im Dunstkreis des Stadions einen positiven Kick geben. Es gäbe mit Sicherheit auch das Stadion begleitende Gewerbeansiedlungen.

Also: PEST ODER CHOLERA … was hättet ihr lieber?

Das ich nicht ganz alleine mit meinen Gedanken zum Stadionneubau bin, könnt ihr auch hier nachlesen : boellen-weiterstadt

 

TRUMP … KOMBI ALLEN ÜBELS???

Dear Mr. President …

Es fällt mir ganz schön schwer, diesen Mann so zu nennen. Für mich kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er sein Amt, in das er auf demokratischem Weg gewählt wurde, für seinen Machtausbau missbraucht. Langsam aber sicher scheint die Wahl das Einzige zu sein, das ihn noch von den anderen Machtbesessenen dieser Welt unterscheidet.

Er setzt Werte, für die das Amerikanische Volk Jahrhunderte lang gekämpft hat, einfach außer Kraft.Lady Liberty schlägt vor Kummer schon die Hände vor´s Gesicht und schämt sich fremd für so Einen an der Spitze ihres Landes.

lady-liberty

Ganz aktuell tritt er die Pressefreiheit mit Füßen, die auch im Amerikanischen Grundgesetz verankert ist.  Journalisten und Presseorgane, die nicht nach seiner Pfeife tanzen, werden kurzerhand ausgesperrt. Zumindest verbal will Trump Journalisten dazu zwingen, ihre Quellen preis zugeben. Dafür gibt es zwar in den einzelnen Bundesstaaten der USA unterschiedliche Regelungen, doch prinzipiell tastet ein Gericht die Anonymität einer Quelle nur dann an, wenn zum Beispiel die nationale Sicherheit gefährdet ist. Doch wer ist es denn eigentlich, der die bemängelten Fakenews ins Amerikanische Volk streut? Mr. President himself! Was war das mit dem Terroranschlag in Schweden, von dem niemand im skandinavischen Land etwas wusste. Oder das imaginäre Massaker von Bowling Green. Harmloser die Variante, als er seine Wahlkampfzahlen als einzigartigen Erfolg anpries und sich von Journalisten aufklären lassen musste, dass sie nichts Besonderes waren. Kein Wunder also, dass er mit der Presse hadert, entlarven sie ihn doch Tag für Tag. Und nun bleibt er auch noch dem Traditionsdinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten fern. Das hat vor ihm nur Ronald Reagan getan, unfreiwillig, da noch verletzt durch den Anschlag auf ihn. Nun ja, vielleicht schmeckt das Essen so auch besser und Späße auf seine Kosten gibt es bestimmt auch in seiner Abwesenheit.

Politische Abkommen und Ähnliches werden mit Füßen getreten. Da soll es neue Millioneninvestitionen in Sachen Rüstung geben. Es macht mir Angst, diesen egoistischen Machtbesessenen mit dem Finger über dem roten Knopf zu wissen. Von erneuerbaren Energien scheint er auch nicht viel zu halten. Da werden auf Teufel komm raus organische Ressourcen abgebaut und auf Kohlekraftwerke gesetzt. Klimawandel hin oder her. Was kommt als nächstes? Der Austritt aus dem Klimaschutzabkommen von Paris? Lieber Mr. President, der Klimawandel wird auch die USA treffen. Mit Geld kann man sich leider keine gesunde Welt kaufen. Geld hat er in seinem Kabinett ja reichlich zusammen gesammelt, dafür umso weniger Know How in Sachen Politik und Diplomatie. Aber vielleicht lässt sich so die Crew auch besser lenken und steuern. So wie er es mit seiner billigen Propaganda auch mit dem Amerikanischen Volk versucht. Da wo dann eventuell die schlechte Rhetorik und die sinkende Beliebtheit im Wege sind, setzt er halt getreue Anhänger seiner Denke auf entsprechende Posten, wie neulich bei der Neubesetzung eines Obersten Richters.

Aber noch ist Amerika eine Demokratie. Noch ist es nicht zu spät, das Blatt für das Land zu wenden. Glaubt man den Experten, ist es auch keine Frage mehr ob, sondern nur noch wann Donald Trump sein Amt wieder los wird.

Liebe Amerikaner, ich kann nur hoffen, dass ihr für den Erhalt der Werte, die euer Land ausmachen, einiges in die Waagschale werfen werdet. Lasst Lady Liberty wieder lächeln!

KATE GOES IT … ODER WENN ALTER WEISHEIT BRINGT!

Meine erste Erfahrung mit so etwas Ähnlichem wie IT machte ich in der 11. Klasse, Wahlfach Computerprogrammierung. Ich wollte da unbedingt rein, auch wenn ich keinen dieser damals so beliebten C 64 Kästen zu Hause stehen hatte. Irgendwie war ich der irrigen Annahme, dass das etwas mit Mathematik zu tun hatte und darin war ich verdammt gut. In diesem Kurs waren dann auch lauter „Experten“, allesamt Jungs. Mir wurde sehr schnell klar warum, denn dieses eigenwillige System, die hinter der Programmiersprache BASIC stand, konnten nur männliche Zeitgenossen verstehen, dass hatte nichts mit weiblicher Logik zu tun, überhaupt mit Logik! Ein glattes Mangelhaft auf dem Halbjahreszeugnis ließ jeden Zweifel darüber sterben und mich den Kurs verlassen.

Ein paar Jahre Pause in Sachen Computer taten mir ganz gut, doch dann wurde der Umgang mit den Zauberkästen wieder unvermeidlich. Das Verfassen der Diplomarbeit stand an und die Zeiten, wo man diese in die Schreibmaschine hämmerte, Diagramme und Grafiken mit Buntstift penibel gestaltete, ausschnitt und aufklebte … ja die waren längst vorbei. Zu meinem Leidwesen saß ich auch noch an einer sehr Labor lastigen Arbeit, sprich viele Diagramme, viele Grafiken, wenig Text. Letzterer war schnell eingetippt. Auch Tabellen waren, Exel sei dank, schnell kreiert. Doch dann hörte der Spaß auf, denn Exel war definitiv zu doof, um zu kapieren, wie meine Grafiken auszusehen hatten. Die Deadline zur Abgabe rückte immer näher, der PC mehr als einmal kurz davor, aus dem Fenster zu fliegen, mein damaliger Freund kam mit Kamillentee kochen kaum noch hinterher. Um Dampf abzulassen bin ich bestimmt zwei Mal täglich mit dem Rad in einem Affenzahn bis hinter Bad Godesberg gerast – einfache Strecke ca 12 Kilometer. Doch meiner weiblichen Überzeugungskraft sei Dank, irgendwann hatte auch der PC kapiert, wie die Bildchen aussehen sollten.

Von da an vertiefte sich meine Affinität zu diesem Wunderwerk an Technik ein wenig. Ich surfte vergnügt vor mich hin, nicht ahnend das ein Antivirusprogamm kein Grippemedikament ist. Der unvermeidliche Tod meiner Festplatte ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Doch wie heißt es so schön: Learning by doing. Inzwischen gelingt es mir, den Laptop zu bedienen, ohne dass die Selbstzerstörung aktiv wird. Facebook, Google, WordPress, Xing und Co machen das, was ich von ihnen erwarte. Dem netten Herrn vom 1&1 Techniksupport bin ich haushoch überlegen, auch er weiß dank mir jetzt, wie meine Fritzbox am besten zu rekonfigurieren ist. Ohne mein Smartphone fühle ich mich nackt, auch wenn ich ihm noch beibringen muss, dass man nicht gleich den Geist aufgibt, nur weil man mal baden geht oder auf einen harten Untergrund fällt. Wird schon noch, keine Sorge!

Ist es bei dieser Entwicklung nicht vorbestimmt, dass ich seit einem Monat in einer IT-Security Firma arbeite? Ja genau! Hätte ich mir selbst nicht träumen lassen. Aber keine Sorge, meine wirklich überaus freundlichen Kollegen verkraften das schon. Und auch ich werde den komischen Mischmasch aus Normalo-Deutsch und IT-English irgendwann verstehen und aus dem FF beherrschen … wäre doch gelacht wenn nicht! Denn auch im hohen Alter von beinahe 50 Lenzen sollte man sich seinen Herausforderungen stellen. Hält jung und flexibel … glaubt es mir!

Photocredit: Tim Reckmann, pixelio.de

TRAUMREISEN … SEELE BAUMELN LASSEN FÜR DIE INNERE RUHE

Der Tag, die Woche waren anstrengend. Der Biorhythmus völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Körper schreit nach Essen und Schlaf. Doch entweder wurde der Hunger übergangen oder wir haben versucht, den Frust wegzufressen. Von tiefer erholsamer Nachtruhe trennen uns Meilen, obwohl der nächste Morgen bestimmt kommt. An dem müssen wir wieder funktionieren. Aber wie soll das ohne das nötige Quäntchen Tiefschlaf pro Nacht nur gehen? Und der bleibt einfach aus, denn sobald wir – dem Drang des erschöpften Körpers Folge leistend – uns im Bett lang machen, gibt der Kopf Daueralarm. Da tanzen die ungeordneten Gedanken Samba auf den Nervenbahnen, begleitet von lauten Trommeln. Es fühlt sich an wie Rush Hour in einer Riesenmetropole. Wir sind machtlos, es gibt keine Ruhe, keine Ordnung. Das Durcheinander lässt den Körper vibrieren, an Schlaf ist nicht zu denken.

Ich habe mir angewöhnt, mich in solchen Momenten auf eine Traumreise zu begeben. Mit Rudi, meinem geliebten rosa Plüschschweinchen im Arm, kuschele ich mich in mein Bett. Meistens weigern sich die Augen noch eine Weile, geschlossen zu bleiben. Es hilft dann, einen Punkt zu fixieren, vielleicht das leuchtende Display des Telefons oder den roten Standby Punkt des Fernsehers. Dann beginnt die Reise. Doch ich trete sie nicht alleine an. Ich lasse mich von einer Person begleiten, die mir besonders viel bedeutet. Rufe mir ihr Gesicht in Erinnerung, ihre Stimme, vielleicht auch ihren Geruch. Und dann nimmt sie mich an der Hand und wir gehen los.

Es ist Winter, wir sind dick vermummelt. Die Welt ist schneebedeckt, die Luft klirrend kalt und unser Atem zeichnet sich als kleine weiße Wolken vor unseren Gesichtern ab. Wir stapfen einen sachten Hang hinauf, der gefrorene Schnee knirscht unter unseren Schritten. Die Bäume und Sträucher am Wegesrand sind von Eiskristallen überzogen, die facettenreich in der untergehenden Sonne glitzern. Spuren von Hasen, Rehen und Wildschweinen kreuzen unsere Route. All das nehmen wir auf, erfreuen uns daran. Auf der Anhöhe angekommen, halten wir einen Moment inne und genießen den Ausblick. In der flachen Talmulde unter uns sehen wir den zugefrorenen See glitzern, dünne Nebelschwaden wabbern darüber. In der aufziehenden Dämmerung können wir die Lichter der Hütte am Ufer schon deutlich sehen. Dort haben wir Quartier bezogen für diesen Tag, diesen Traum. Wir reden nicht viel, genießen die frische, kalte Luft, die unsere Wangen und Nasenspitzen kribbeln lässt. Hand in Hand machen wir uns auf den Rückweg. Die Wärme, die uns entgegenschlägt, als wir die knarzende Holztür der Hütte öffnen, tut gut, ist wohlig. Das knisternde Kaminfeuer erhellt den spärlich eingerichteten Raum, es duftet nach Nadelholz, Glühwein, ein bisschen weihnachtlich. Wir schälen uns aus den dicken Wintersachen. Hände, Füße und Gesicht fangen an zu bitzeln, während sie wieder warm werden. Der Feuerschein umschmeichelt unsere Gesichter. Ein paar kuschelige Decken und Kissen auf dem rohen Holzfußboden in der Nähe des wärmenden Kamins bilden ein gemütliches Lager, auf dem wir es uns bequem machen. Wir schlürfen geräuschvoll unseren Glühwein, knabbern an Käsehäppchen und Salzbrezeln herum und strecken uns dann auf den Decken aus. Die zuckenden Flammen sind herunter gebrannt, die Glut schimmert blutrot und strahlt eine wohltuende Wärme aus. Aneinander gekuschelt reden wir über Belanglosigkeiten, die Trägheit ergreift Besitz von uns. Die Haut hat die Wärme des Feuers gespeichert und fühlt sich glatt unter meinen Händen an, wie die Oberfläche eines von der Sonne erhitzten Flusskiesels. Irgendjemand summt ein Schlaflied … weißt du, wie viel Sternlein stehen … so, wie meine Mutter früher. Wohlbehagen, innere Ausgeglichenheit, körperliche Entspannung, Geborgenheit, Ruhe … all das breitet sich nach und nach aus. Ich registriere gerade noch im Unterbewusstsein, dass es meine Hände sind, die mich streicheln, meine Stimme ist, die das Schlaflied summt, bevor ich einschlafe. Tief und erholsam ist der Schlaf. Am nächsten Morgen ist der Kopf frei, die Gedanken sortiert und der Körper wieder leistungsfähig.

Eine wunderbare Art, einen hektischen, kräftezehrenden Arbeitstag zu beschließen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, kein Reiseziel ist zu weit, jeder darf mitfahren, das Kopfkino macht es möglich. Noch dazu kostet es nichts und der Schlaf stellt sich auch ohne chemische Hilfe ein. Bin gespannt, wohin die Reise das nächste Mal geht …

TRUMP … EIN LEBEN HINTER DEM NEUEN EISERNEN VORHANG

Die US-Bürger haben gewählt. Das ist ein demokratisches Grundrecht. Jeder hat seine Stimme freiwillig an seinen Wunschkandidaten abgegeben. Doch die Zweifel, ob die Mehrheit der Wähler beim Kreuzchen machen, im Vollbesitz ihrer geistigen Kraft war, wächst von Minute zu Minute.

Schon der Wahlkampf war hart und dreckig, Skandal gespickt. In Geheimdienstberichten war die Rede davon, dass der Kreml helfend eingegriffen hätte, um Trump auf jeden Fall auf dem amerikanischen Thron zu sehen.  Außerdem  gab es nach der Wahl nicht wenige Stimmen, die von Manipulation bei der Stimmenauszählung sprachen. All das kommt uns in Europa doch noch sehr bekannt vor, denken wir an die Zeiten, als im ehemaligen Ostblock Demokratie auf ganz eigene Weise ausgelebt wurde.

Und so wurde Trump, Geschäftsmann durch und durch, dafür weniger politisch und schon gar nicht diplomatisch begabt, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Er bastelte sich ein Kabinett zusammen, das mehr als 5 Milliarden Dollar in privaten Portokassen verwaltet, plus die gut 3,5 Milliarden Trump-eigenen Bucks, plus dem Zaster der sehr wohlhabenden Präsidentenberater. Wer braucht da schon Diplomatie?

Der Neu-Präsident und Alt-Patriarch machte ja schon zu unpolitischen Zeiten keinen Hehl aus seinem unterirdischen Frauenbild. Zehntausende von Amerikanerinnen brachte unter anderem das auf die Straße. Seine Rache: ein Antiabtreibungsgesetz.

Dabei war doch seine Amtseinführung DIE größte Veranstaltung ihrer Art- Zigtausende von Anhängern jubelten ihm entgegen … Ach nein, ganz so weit, dass er die Massen zum Huldigen auf die Straße zitieren kann, ist er dann doch noch nicht, kann ja aber noch werden. Das war dann der Moment, wo die „alternativen Fakten“ zum Zuge kamen. Eine sehr charmante Umschreibung für simple Lügen. Sein Pressesprecher legalisierte das Lügen dann in einer flammenden Rede vor Medienvertretern, würde doch jeder mal die Wahrheit so auslegen, wie er sie bräuchte. Vor allem die Presse lüge ja mit Vorliebe. Was soll´s also. Und so ein bisschen Volksverdummung hat schon manchem Machtinhaber geholfen.

Und wer aufmüpfig ist oder (vielleicht) ein Terrorist, wird gefoltert. Ist ja sein erklärtes Ziel, die Folter wieder offiziell einzuführen, aber natürlich nur wenn sein selbst eingesetzter CIA Chefs und der Außenminister zustimmen … hüstel …

Damit so verdächtige und unerwünschte Subjekte erst gar nicht mehr ins Land kommen, baut er eine Mauer um sein Reich. Hat vor einem guten halben Jahrhundert bei uns auch jemand gemacht und vor vielen Hundert Jahren die Chinesen. Und genau wie dort, wird der Herr Staatsregent wohl auf den Kosten sitzen bleiben, denn Mexikos Präsident, dem er gerne die Rechnung schicken würde, hat ihn wahrscheinlich gerade von seiner Freundesliste gestrichen. Mit so einer Mauer um sein Reich bekommt er allerdings auf Dauer Probleme mit der Wirtschaft. Zwar soll ja nichts mehr importiert werden, denn die landeseigene Industrie heißt es zu stärken, aber vielleicht bleiben dann auch seine in Billiglohnländern produzierten eigenen Marken vor der Tür, so wie die des Trump-Modelables.

Tja, was soll ich sagen … blicke ich zurück … haben die Amerikaner sich einen demokratisch gewählten Kapital-Diktator ins Nest gesetzt, bei dem es mich nicht wundern würde, wenn er in absehbarer Zeit per Dekret oder was auch immer, die Befugnisse seiner ausführenden Organe zu beschneiden versucht, um seinen Willen durchzusetzen. Als großes Vorbild kann er sich an Putin orientieren, der macht das ja schon sehr erfolgreich … und kennt sich mit Mauern und Eisernen Vorhängen geschichtsbedingt ziemlich gut aus. So ein demonstratives Machtsymbol wie ein Lorbeerkranz oder eine schöne Krone würde auch die desaströse Haarpracht verbergen.

Liebe US-Bürger, ich wünsche euch alles Glück dieser Erde um mit diesem Schicksal fertig zu werden, auch wenn es housmade ist. Wir stehen euch bei eurem Glasnost á la America bei!

Photocredit: Tim Reckmann, pixelio.de

SEXUELLE ÜBERGRIFFE … NIEMAND !!! BITTET DARUM

Heute habe ich … wahrscheinlich zum wiederholten Male … auf einer anderen socialmedia platform eine Beitrag, einen Spruch gelesen, der mir erst die Tränen in die Augen trieb und dann eine geballte Ladung Wut aus den Ohren schießen ließ. Warum es mir diesmal so nahe ging, kann ich nicht sagen, aber DAS muss ich jetzt einfach mal los werden:

i-do-not-ask-for-it

Wer den Text unter diesem Bild liest, wird vielleicht verstehen, was mich so auf die Palme bringt. Grob ins Deutsche übersetzt, prangert man hier die Tatsache an, dass Vergewaltigungsopfer den unbeschreiblichen Missbrauch an ihnen herausgefordert haben.UNFASSBAR! Sollen sie sich jetzt vielleicht auch noch bei ihren Peinigern dafür entschuldigen, dass sie sie zu einer Straftat verleitet haben? Auf so eine Idee kann eigentlich nur kommen, wem Ähnliches noch nie passiert ist.

Oder ist hier wirklich irgendjemand der Meinung, dass ein Kind darum bittet, missbraucht zu werden, wenn es eventuell nackig am Hotelpool herum rennt. Der Teenager auf dem Nachhauseweg wartet mit Sicherheit nicht darauf, in eine dunkle Ecke gedrängt zu werden, um sich begrapschen zu lassen oder vielleicht Furchtbareres ertragen zu müssen. Von den Seniorinnen, die im Pflegeheim vergewaltigt werden oder zu Hause ahnungslos die Wohnungstür öffnen, um dann ausgeraubt und anschließend noch missbraucht zu werden, will ich jetzt gar nicht reden!

„Raptists. Don´t. Discriminate.“

Selbst wenn ich es provoziere, die Blicke Anderer auf mich zu ziehen, weil ich High Heels und Minirock trage oder mein Decolletée reichlich Brust freigibt, ist das nicht gleich zusetzten mit der Erlaubnis, mehr zu wagen, als nur einen Blick. Eben nur BLICKE, keine HÄNDE geschweige denn mehr. Oder greife ich den Männern zwischen die Beine, wenn sie eine hautenge Jeans tragen, um jeden Millimeter ihres „beeep!“ zur Schau zu stellen!? Da wäre ja dann ganz schnell ich die Schlampe und nicht der Jeansträger.

Weder ein Kaufmann, der seine schönste Ware zur Schau stellt, will damit einen Diebstahl provozieren, noch animiert der stolze Luxuswagenbesitzer den Autoknacker, aktiv zu werden. Es bleiben Verbrechen,  der Täter ist der Schuldige, nicht die Opfer.

Ein NEIN heißt  in jedem Fall NEIN! Selbst wenn das Opfer in dieser beängstigenden Situation verständlicher Weise nicht in der Lage ist, sich verbal oder physisch zur Wehr zu setzen, ist das kein Freibrief für den Peiniger. Angst, Schock oder auch reiner Überlebensinstinkt lassen es geschehen, lassen es aber NIE vergessen und lassen es bestimmt nicht legal werden.

Die Gesellschaft muss endlich damit anfangen, die Opfer zu schützen, zu unterstützen und nicht nach faulen Ausreden für Straftäter suchen, die da heißen Provokation, Unzurechnungsfähigkeit oder besonders beliebt, vermindert schuldfähig aufgrund Alkoholkonsums. Oder wurden sie etwa gezwungen zu trinken, hat die Schnapsflasche sie animiert, einen besonders tiefen Schluck zu nehmen. Nein, bestimmt hat ihnen jemand die Kiefer gespreizt und einen Schlauch in den Schlund gerammt, sie konnten nicht nein sagen, sich nicht wehren. So wie später vielleicht ihre Opfer … wenn …

Boah … ich könnte mich jetzt da hinein steigern … dabei bin ich eigentlich sprachlos über so eine Engstirnigkeit …

Ich habe fertig … ist besser so!