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VORSÄTZE – NUR EIN FALL FÜR DEN JAHRESWECHSEL?

Seit mal ehrlich? Wer von euch hat nicht schon mal eine ganze Liste voller guter Vorsätze zum Jahreswechsel im Kopf gehabt oder gar laut vor Zeugen ausgesprochen? Und wie lange haben sie gehalten? Mancher wurde bestimmt schon mit dem nächsten Schluck Sekt oder Bier auf der Sylvesterparty weggespült. Andere haben vielleicht den nächsten Morgen erlebt, wenn der Kater oder das Magendrücken zu schlimm waren. Wieder andere segneten das Zeitliche, wenn aus dem Vorsatz eine lästige Pflicht wurde oder wurden Opfer von Stress oder geliebten Alltagsgewohnheiten. Dann gibt es da die, die sich in den hintersten Gehirnwindungen verstecken um ja nicht negativ aufzufallen und zu guter Letzt solche, die der innere Schweinehund schlichterdings auffrisst.

Thematisch sind sie ja auch weit gefächert. Wahrscheinlich führen Abnehmen, Nichtraucher werden, (zumindest zeitweilige) Alkoholabstinenz und gegebenenfalls noch weniger Arbeiten die alljährlichen Hitlisten an.

Passend zum Jahreswechsel werden wir ja schon seit Wochen medial mit Anregungen für völlig Fantasielose befeuert. Wenn man sich die Werbung so ansieht, müssten wir in einem Volk von ausschließlich schlanken, gut trainierten, wohl ernährten und für das jeweilige Alter viel jünger aussehenden Menschen leben. Da gibt es Fitnessapps mit Trainings-und Ernährungsplan, solche, die Kalorien zählen oder Diäten maßgeschneidert preisgeben. Dazu kommen Nahrungsergänzungsmittel, Rauchfrei-Varianten, Eiweißshakes, Pillen gegen Hunger und Appetit oder solche, die helfen, das Gegessene einfach unverdaut wieder auszuscheiden. Liegt es nun an den Produkten oder an den Menschen, dass es nichts wird, mit der fitten Nation?

Allemal machen entsprechende Industriezweige zu dieser Jahreszeit ihren Reibach mit den Produkten, wohl wissend, dass der berühmte JoJo-Effekt ihre Probanden immer wieder in ihre Fänge treibt.

Die gängigen Frauenzeitschriften haben das längst erkannt und nutzen es aus. Denn da prangt der JoJo-Effekt schon auf der Titelseite. Meist in größeren Lettern wird die neueste, effektivste, langanhaltendste Diät angepriesen, etwas kleiner und verschämter daneben die besten Plätzchen, Torten, Blechkuchen, Hackfleischgerichte, Aufläufe und viele Schlemmereien mehr. Sozusagen Zuckerbrot und Peitsche in einem Atemzug.

Also: Es ist ja gar nicht soooo schlimm, wenn man die guten Vorsätze aus der Sylvesternacht ein wenig ins laufende Jahr verlegt, kann man sich doch ganzjährig exzellente Tipps aus landläufigen Frauenzeitschriften holen.

Deshalb nicht aufgeben, wenn es bis zum Fasching nicht klappt, nach der Schlemmerei ist vor der Diät oder andersrum. Ihr seid nicht alleine da draußen, die mit sich hadern. Und natürlich ein dickes Schulter klopfen für die unter euch, die – was auch immer sie sich vorgenommen haben – es schafften!

Frohes, erfolgreiches, gesundes Neues für euch!

ERST FUTTERN … DANN FASTEN!

Und da sind sie wieder zu finden, die Wunderdiäten und erfolgreichsten Sportprogramme aller Zeiten. In einschlägig bekannten Illustrierten, ja sogar in der Tageszeitung! Wie immer kurz nach Weihnachten oder nach Ostern oder vor dem anstehenden Sommerurlaub strotzen die Printmedien, aber auch das Internet nur so vor phänomenalen Diättipps. Nie dagewesene Erfolge in kürzester Zeit. Ohne Quälerei, für die Bewegungslegasteniker auch ohne Sport und selbstredend ohne Jojo-Effekt. Ob Low-Fat, High-Prot oder Less-Carb … alles ist machbar, notfalls mit der einen oder anderen Pille oder Pülverchen. Ja sicher, wir glauben ja auch alle noch ans Christkind. Oder den Osterhasen. Hohe Feiertage, Familienfeste oder eine Kombination aus beidem, da biegen sich in den meisten Haushalten die Tische unter den Speisen und das nicht nur einmal am Tag, sondern wenn es geht zum Frühstück, zum Mittagessen, an der Kaffeetafel und unter dem Dinnerbuffet. Gerade an Sylvester und Neujahr habe ich es mal wieder selbst erlebt. Und bei netten Gesprächen und in guter Gesellschaft isst es sich viel entspannter … und unkontrollierter. Kein Problem! Wir meiden die Personenwaage zwei oder drei Tage, im Ernstfall eine ganze Woche, essen wieder normal oder legen bei Bedarf noch einen Saft-oder Obsttag ein und schon ist die Welt wieder in Ordnung! Nein? Doch! Natürlich nur, wenn diese Fressorgien nicht unser Alltag sind. Eine ausgewogenen, Obst und Gemüse reiche Ernährung verzeiht solche Feiertagssünden ohne Probleme. Wer jedoch 360 Tage im Jahr seinen Körper mästet, mit Fett und Zucker überfüttert, der darf sich auch nicht wundern, wenn Leber und Galle am Ende der ach so erholsamen Festtage die Grätsche machen und nur noch vor Schmerz und Überbelastung aufschreien. Wenn es so richtig weh tut im Gedärm, ordentlich zwickt beim Schuhe zu binden, wäre das nicht der ideale Moment für den berühmten „KLICK“ im Kopf? Natürlich, deshalb liest man ja auch allerorten davon. Lasst es bitten „klicken“, aber auf vernünftige, verantwortliche und nachhaltige Art und Weise. Eine Ernährnungsumstellung, natürlich in Absprache mit der Familie (sonst ist es immens viel Mehrarbeit) und in Vereinbarkeit mit einem eventuellen Job, kann jeder Zeit gestartet werden. Und als Einstieg ein paar Obsttage, eine Entschlackung oder Darmreinigung – selbstredend bei medizinischer Vorbelastung nur nach Rücksprache und gegebenenfalls Überwachung durch den Arzt – erleichtern den Neuanfang. Bitte Finger weg von Turbo-Diäten, Abführpillen und Diätpülverchen. Es schadet mehr als es nützt, der Jo-Jo-Effekt ist vorprogrammiert und es kann sogar zu Abhängigkeiten führen. Wenn die Ernährungsform ausgeglichen ist, dann verzeiht der Körper und damit auch die Waage, die zweite Scheibe Braten samt Knödel, eine Handvoll Weihnachtsplätzchen nur weil sie so gut sind und die entspannende Flasche Bier, Gläschen Rotwein oder Stamperl Schnaps in gemütlicher Runde hin und wieder mit Sicherheit. Es ist absolut nicht nötig, die Portokasse zu plündern und auf seinen Abnahmeerfolg zu wetten, wie im Moment im Internet angepriesen wird. Nicht alles ist käuflich … und schon gar nicht der eigene Wille und das Durchhaltevermögen. Willensstärke hat was mit Charakter zu tun!

In diesem Sinne … auf eine gesundes Neues Jahr.