GREEN PIPES & FRIENDS – EIN SCHOTTISCHES WOCHENENDE FÜR DAS KINDERHOSPIZ BÄRENSTARK

Heute habe ich durch Zufall von einem Veranstaltungswochenende in unserer Stadt gehört, für das ich hier unbedingt einmal Werbung machen möchte. Denn es steht für hohe Professionalität, internationalem Interesse, hochrangige Besetzung, weit gefächertes Angebot und ist dennoch familienfreundlich, für Jedermann geeignet und noch dazu ehrenamtlich organisiert und der Erlös kommt einem guten Zweck zu gute, dem Kinderhospiz Bärenstark in Darmstadt.

Die Idee entwickelten die Mitglieder der Green Pipes & Drums aus Weiterstadt, die sich der schottischen Musik von Dudelsäcken und Trommeln verschrieben haben. Ganze Familien wirken hier mit, sie haben schon viele Konzerte im Inn-und Auslang gegeben und pflegen gute Kontakte zu ihren englischen Musikfreunden, bis hinein in den Buckingham Palast. Für den September 2015 schreiben sie sich etwas ganz Großes in ihren Terminkalender und lösen damit gleichzeitig ein Versprechen ein, dass sie sich selbst bereits in den Gründertagen gaben. Wenn sie bis dato mit anderen Band zusammenspielten, nahmen sie keine Gage, sondern die Zusage mit nach Hause, sich irgendwann einmal zu einem céilidh (schottisch-gälisch für geselliges Beisammensein) wieder zu sehen. Genau dazu laden sie am letzten Septemberwochenende in den Braunshardter Schlosspark ein. Feierlich eröffnet wird das Highlander-Event am Freitag Abend durch ein Gala-Konzert des Musik Korps der Bundeswehr aus Siegburg. Samstag geht es weiter mit einem Abendkonzert vor dem erleuchteten Schloss und einem Streetmarch durch Braunshardt aller befreundeten Bands. Mehr als 500 Musiker sind am Start. Ein schottischer Gottesdienst läutet den Sonntag ein, für den Spaß sorgen Highlandgames für Jedermann. Während des ganzen Wochenendes verwandelt sich der Schlosspark in einen mittelalterlichen Handwerksmarkt, die Aussteller sind handverlesen, für Kinder unter Schwertmaß ist der Eintritt frei, alle anderen zahlen 5,-Euro. Von vornherein stand fest, dass die Green Pipes mit ihrem Mega-Event eine gemeinnützige Organisation unterstützen wollten. Schnell fand man mit dem Kinderhospiz Bärenstark in Darmstadt etwas geeignetes. Und so geht der Erlös dieser Veranstaltung an eine Einrichtung, die sich mit der Pflege und Betreuung schwerst erkrankter Kinder und Jugendlicher beschäftigt und somit bestimmt an genau die Richtigen. Das extra für diese Veranstaltung kreierte Motto „Gemeinsam sind wir Bärenstark!“ gilt wohl für diese Kinder und ihre Familien, aber auch für die Green Pipes, die sich einer Riesenaufgabe stellen müssen. Hier ist jede Unterstützung willkommen! Unter http://www.greenpipes-weiterstadt.de stellen die Musiker sich vor.

In diesem Sinne … Mìle fàilte! …. tausendfach willkommen … in Braunshardt!

BUNTE FALTEN – SCHÖNE FALTEN!!!

Es ist gerade drei Tage her, da hatte ich Geburtstag. Das halbe Jahrhundert ist jetzt fast voll. Dennoch freue ich mich jedes Mal, wenn es wieder so weit ist, denn sind wir mal ehrlich, der Tag kommt so wie so, warum ihn also nicht mit Freude begrüßen und genießen. Witziger Weise habe ich kurz davor dieses Bild im Internet gesehen und tatsächlich am selben Tag mit einer Kollegin über dieses Thema gesprochen. Sie hatte sich gerade ein sehr umfangreiches Tattoo über das gesamte Decolletée stechen lassen, nicht ihr erstes. Mein erstes habe ich mir selbst zum dreißigsten Geburtstag geschenkt, So schließt sich der Themenkreis irgendwie. Wie auch immer, ich fragte meine Kollegin, ob sie keine Angst hat, dass die bunte Pracht in zwanzig Jahren ein wenig leiden würde. Sie schaute mich etwas irritiert an und stellte die erwartete Gegenfrage, ob ich mir denn Gedanken um meine in absehbarer Zeit bunte Faltenpracht machen würde. Ohne auf meine Antwort zu warten sagte sie mit dem Brustton der Überzeugung: Ich lebe heute, hier und jetzt. Ich möchte MIR gefallen und tue es für mich. Und bunte Falten sind allemal schöner als farblose, denn in ihnen kann ich meine Erinnerungen speichern.

Eine absolut geniale Einstellung, wie ich finde. Ich teile sie zu einhundert Prozent! Alt werden wir von alleine, dass müssen uns andere nicht erzählen. Wir sollten auch nicht auf sie hören, denn oft sind sie vom Neid erfüllt, weil ihnen der Mut fehlt, ihre Träume und Wünsche umzusetzen oder sie sind sogar in der bedauernswerten Situation, keine zu haben oder sie gar aufgegeben zu haben … nur weil sie denken sie sind/werden alt! Solche Menschen haben mein volles Mitleid, auch wenn ich ihre engstirnige Gedankenweise nicht nachvollziehen kann. Besonders unangenehm sind Zeitgenossen erst dann, wenn sie versuchen, mit ihrem erstarrten Gedankengut Einfluss auf Menschen zu nehmen, die sich ihre Jugendlichkeit erhalten haben, egal ob nur im Kopf oder vielleicht sogar in der wunderbaren Kombination Kopf und Körper. Das tatsächliche Alter steht nur auf offiziellen Papieren, für das biologische und gedankliche bin ich selbst verantwortlich und wehe dem, der versucht, darauf negativen Einfluss zu nehmen, den haue ich meine kleine rote Plastiksandschaufel auf die Nase und klaue ihm seinen Rollator!

SO, BE YOU, STAY YOUNG!!!

WEITERSTADTKULTUR – STADTKULTUR WOHIN DAS AUGE SCHAUT!

Mal ganz kurz was in eigener Sache, ist ja auf einem persönlichen Blog nicht ganz so ungewöhnlich.

Seit Ende letzten Jahres basteln ein paar Unverdrossene, zu denen auch ich gehöre, an einem aktuellen Kalendarium, dass sich mit der Kultur in unserem Wohnort Weiterstadt beschäftigt. Und seit gestern ist es vollbracht, der Kulturkalender Weiterstadts ist online.

http (weiterstadtkultur.de)

Wir bemühen uns, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Dies gelingt aber nur durch die Mithilfe aller Veranstalter, Vereine, Organisationen und sonstigen netten Mitmenschen, die Feste, Veranstaltungen, Events oder einfach nur regelmäßige Trainingszeiten publik machen wollen. Daher meine Bitte an alle Leser: Wer sich angesprochen fühlt, möge bitte Kontakt mit uns aufnehmen. Entweder hier über diesen Blog oder aber über die Kontaktadresse auf der Website des Kalenders.

Wir freuen uns über möglichst viele Leser, deshalb macht Werbung wo immer ihr könnt. Das garantiert Aktualität und Langlebigkeit, denn nur wer User durch gute Informationen bindet, bleibt im Gespräch!

FRÜHJAHRSPUTZ – WARUM NICHT MAL MENTAL GESCHRUBBT!?

Noch nie habe ich meine Geschlechtsgenossinnen verstanden, wenn sie beim ersten Sonnenstrahl und endlich zweistelligen Temperaturen im jungen Jahr anfangen, wie wild die Feudel zu schwingen, zu wienern, saugen und polieren, ausmisten und Ecken fegen wie Furien in Kittelschürze und Kopftuch. Haben sie denn keine anderen Waffen als Schrubber, Putzlappen oder Staubwedel? Wie wäre es, wenn sie einmal damit beginnen würden, ihre verstaubten Ansichten zu rekultivieren. Neue Samen wachsen doch bekanntlich nach dem letzten Nachtfrost besonders gut. Ich meinerseits bevorzuge dann erst mal einen ausführlichen Gang durch die wiedererwachende Natur, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dieses Jahr muss der frische Frühlingswind ordentlich durch mein Hirn gefegt sein. Alles begann eigentlich schon, als es noch viel zu früh dunkel wurde. Mir wurde klar, dass es definitiv nicht meine Bestimmung war, lange Abende auf dem Sofa zu verbringen, in einer Partnerschaft gefangen, die nur noch das Gefühl der Einsamkeit und des Überflüssig Seins vermittelte. Aus diesem Grund fand meine Ehe im frisch geborenen Jahr ein – für den anderen Teil wohl eher überraschendes, für mich aber unvermeidbares – Ende. Mit meinen Kindern und den paar Habseligkeiten im Gepäck nahm ich Reißaus und läutete mein ganz persönliches Frühlingserwachen ein. Himmel tat der frische Wind gut und meine Kinderpflänzchen entwickelten sich auf ganz besondere Art. So motiviert, beschlossenen anscheinend meine Gehirnwindungen, einmal kräftig auf den Tisch zu hauen und das mentale Aufräumen begann. YES, I CAN …. das war fortan das neue Motto. Ab sofort gab ich auf, aus lauter Rücksicht lieber ja zu sagen, bzw. den unangenehmen Diskussionen nach einem Nein aus dem Weg zu gehen. Ich ließ mich nicht mehr von Pseudofreunden unter Druck setzen, die durch ihre eigene Unfähigkeit nicht in der Lage waren, in Leben richtig zu organisieren und von mir verlangten, für sie in die Bresche zu springen. Im  neuen Job stellte ich klar, dass ich nicht das Überdruckventil der Kollegen war. Zuhören … vermitteln … aber nicht mehr schlucken und stillschweigend wegstecken. Zu Hause wurde klargestellt, dass nicht Mama die einzige Arbeitskraft ist, da gab es vier weitere gesunde Hände, die auch mal Müll rausbringen, fegen oder Kleinigkeiten einkaufen gehen konnten. Das ist noch etwas ausbaufähig, aber Rom ist ja bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut worden. Mit erhobenem Kopf, geradem Rücken, Brust raus, Bauch rein, ging ich private Probleme an. Davon gab es reichlich, noch ist kein wirkliches Ende in Sicht. Aber ich habe nicht gekniffen, selbst als ich ins Stolpern kam, habe ich die Krone gerichtet, gelächelt und bin weiter gegangen. So kannte man mich auf der anderen Seite nicht, aber merkwürdiger Weise akzeptierten sie es. Und dann war da noch der kleine Zettel, den ein lieber Freund mir so zu sagen im Vorbeigehen in die Hand drückte. Ein Terminzettel. Beim Zahnarzt. DA kam ich erheblich ins Straucheln. Denn es gibt nichts, wovor ich mehr Panik habe wie vor Dentisten. Nichts ist ekeliger als sich komplett ausgeliefert auf diesem Stuhl zu befinden, den Schnabel aufgerissen und irgendwelche obskuren Instrumente im Mund, die sich noch nicht einmal durch kräftiges Daraufbeißen von ihrer Arbeit abhalten lassen. Angstschweiß, Hyperventilieren, Würgen, Zittern, Ohnmacht … da muss man – sprich der Zahnarzt und ich – mit dem ganzen Programm rechnen. YES, I CAN … wurde bis zum Termin zu meinem Mantra. Und ja, es half. Ich bin hingegangen, bzw. wurde gefahren. Der freundlich Zahnarzt, mein Chauffeur und sogar ich, wir haben es schadlos überlebt, meine Wenigkeit allerdings mit zwei Weisheitszähnen weniger. Inzwischen sind es sogar vier. Oh jesses … so ganz ohne Weisheit … und nu? Ich denke, ich habe ein bisschen Platz geschaffen für neue (Lebens)Weisheiten und Erfahrungen. Die entstandenen Lücken zu füllen, damit habe ich bereits begonnen. Denn endlich habe ich mich dazu durch gerungen, einen lange gehegten Traum in die Tat umzusetzen, von dem bis heute ein Großteil meiner näheren Umgebung wenig hält. Ich werde nach fast 30 Jahren Abstinenz meinen Motorradführerschein erneut machen, den ich nach einem Unfall aus lauter Panik zurückgegeben habe. Die Ausrüstung ist gekauft, bei der Fahrschule bin ich angemeldet, die Papiere sind beim Landratsamt abgegeben … jetzt wird Theorie gebüffelt und sich auf die erster Fahrstunde gefreut! Wenn dann noch der neue Kulturblog, den wir seit Monaten planen, endlich an den Start geht und ich auch wieder ein bisschen was sinnvolles schreiben darf … dann mache ich Schrubbpause bis zum nächsten Frühjahr und lasse die neuen Errungenschaften erst mal etwas Patina ansetzen. Aber keine Sorge, ich habe da so einen Zahnarzt-Terminzettel-verteilenden-Rüttelfreund im Nacken, der bestimmt dafür sorgt, dass die Schicht nicht zu dick wird!

ERST FUTTERN … DANN FASTEN!

Und da sind sie wieder zu finden, die Wunderdiäten und erfolgreichsten Sportprogramme aller Zeiten. In einschlägig bekannten Illustrierten, ja sogar in der Tageszeitung! Wie immer kurz nach Weihnachten oder nach Ostern oder vor dem anstehenden Sommerurlaub strotzen die Printmedien, aber auch das Internet nur so vor phänomenalen Diättipps. Nie dagewesene Erfolge in kürzester Zeit. Ohne Quälerei, für die Bewegungslegasteniker auch ohne Sport und selbstredend ohne Jojo-Effekt. Ob Low-Fat, High-Prot oder Less-Carb … alles ist machbar, notfalls mit der einen oder anderen Pille oder Pülverchen. Ja sicher, wir glauben ja auch alle noch ans Christkind. Oder den Osterhasen. Hohe Feiertage, Familienfeste oder eine Kombination aus beidem, da biegen sich in den meisten Haushalten die Tische unter den Speisen und das nicht nur einmal am Tag, sondern wenn es geht zum Frühstück, zum Mittagessen, an der Kaffeetafel und unter dem Dinnerbuffet. Gerade an Sylvester und Neujahr habe ich es mal wieder selbst erlebt. Und bei netten Gesprächen und in guter Gesellschaft isst es sich viel entspannter … und unkontrollierter. Kein Problem! Wir meiden die Personenwaage zwei oder drei Tage, im Ernstfall eine ganze Woche, essen wieder normal oder legen bei Bedarf noch einen Saft-oder Obsttag ein und schon ist die Welt wieder in Ordnung! Nein? Doch! Natürlich nur, wenn diese Fressorgien nicht unser Alltag sind. Eine ausgewogenen, Obst und Gemüse reiche Ernährung verzeiht solche Feiertagssünden ohne Probleme. Wer jedoch 360 Tage im Jahr seinen Körper mästet, mit Fett und Zucker überfüttert, der darf sich auch nicht wundern, wenn Leber und Galle am Ende der ach so erholsamen Festtage die Grätsche machen und nur noch vor Schmerz und Überbelastung aufschreien. Wenn es so richtig weh tut im Gedärm, ordentlich zwickt beim Schuhe zu binden, wäre das nicht der ideale Moment für den berühmten „KLICK“ im Kopf? Natürlich, deshalb liest man ja auch allerorten davon. Lasst es bitten „klicken“, aber auf vernünftige, verantwortliche und nachhaltige Art und Weise. Eine Ernährnungsumstellung, natürlich in Absprache mit der Familie (sonst ist es immens viel Mehrarbeit) und in Vereinbarkeit mit einem eventuellen Job, kann jeder Zeit gestartet werden. Und als Einstieg ein paar Obsttage, eine Entschlackung oder Darmreinigung – selbstredend bei medizinischer Vorbelastung nur nach Rücksprache und gegebenenfalls Überwachung durch den Arzt – erleichtern den Neuanfang. Bitte Finger weg von Turbo-Diäten, Abführpillen und Diätpülverchen. Es schadet mehr als es nützt, der Jo-Jo-Effekt ist vorprogrammiert und es kann sogar zu Abhängigkeiten führen. Wenn die Ernährungsform ausgeglichen ist, dann verzeiht der Körper und damit auch die Waage, die zweite Scheibe Braten samt Knödel, eine Handvoll Weihnachtsplätzchen nur weil sie so gut sind und die entspannende Flasche Bier, Gläschen Rotwein oder Stamperl Schnaps in gemütlicher Runde hin und wieder mit Sicherheit. Es ist absolut nicht nötig, die Portokasse zu plündern und auf seinen Abnahmeerfolg zu wetten, wie im Moment im Internet angepriesen wird. Nicht alles ist käuflich … und schon gar nicht der eigene Wille und das Durchhaltevermögen. Willensstärke hat was mit Charakter zu tun!

In diesem Sinne … auf eine gesundes Neues Jahr.

AFTER X-MAS SNOW … SAME PROCEDURE THAN EVERY YEAR!

Weiße Weihnacht … der Traum so vieler Erdenbürger. Und in den letzten Jahren so oft vergeblich geträumt. Pünktlich zu Heilig Abend klettert meist das Thermometer auf zweistellige Gradzahlen. Im Jahr 2012 wurden mit über zwanzig Grad sogar die höchsten Temperaturen an Weihnachten in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung gemessen. Aber sind wir mal ehrlich: Glänzen deshalb die Kinderaugen weniger neben dem Christbaum? Wer es unbedingt weiß haben will, kann den Kleinen ja eine Dose Kunstschnee in die Hand drücken. Gönnt doch auch den professionellen und privaten Schneeräumern die Feiertagspause. Wer möchte schon an solchen Tagen um sieben Uhr vom Geräusch fleißig schabender Schneeschieber geweckt werden oder sich sogar selbst den Wecker stellen, um Hand an zu legen. Und bitte bedenken wir doch auch mal folgendes: Wer will schon mit Schneematsch behaftete Kinderschuhe, Hundetatzen oder Katzenpfoten auf dem frisch gewienerten Fußboden, bedeutet doch nur mehr Arbeit an den eh schon stressreichen Feiertagen. Und wie bitte schön sollen wir zu den Fressorgien bei der Verwandtschaft, bzw diese in ganzen Sippen zu uns kommen, wenn die Straßen schneeverweht und spiegelglatt sind!? Ich erinnere mich mit Schrecken an einen 5-Stunden-Horrortripp für schlappe einhundert Kilometer Autobahn, mit zwei Kleinkindern an Bord und durch zwanzig Zentimeter Neuschnee getarntes Glatteis unter den Rädern … sellemols an einem zweiten Feiertag. Also ich persönlich habe nichts gegen eine UN-weiße Weihnacht. Um so mehr schätze ich das winterlich-romantische Wetter danach, so wie jetzt hier bei uns.

Eisdarmbach

Denn gibt es etwas Schöneres, Entspannenderes, Romantischeres als einen langen Spaziergang durch die klare Winternatur, Hand in Hand mit einem geliebten Menschen? Dick vermummelt den knirschenden Schritten auf dem gefrorenen Boden lauschen. Gedanken austauschen, hin und wieder stehen bleiben, sich umarmen, vielleicht küssen. Zum Aufwärmen irgendwo einkehren und sich über die Kaffeetasse verliebte Blicke zu werfen. Das Jahr Revue passieren lassen und dabei lasziv den Milchschaum vom Löffel lecken .. ein kleines Versprechen für die kommenden Momente der Zweisamkeit. Das Fest der Liebe …. ist das auf drei Tage begrenzt? Sollten wir nicht immer so leben, fair zueinander sein, respektvoll miteinander umgehen? Ist nicht nach Weihnachten vor Weihnachten? Es wäre so schön!

Spargelmitbaum

KLASSISCHE ROLLENVERTEILUNG … BITTE EINMAL WEICHSPÜLEN!

Die geballten Feiertage der letzten Zeit brachten es so mit sich, dass ich mal wieder viel Zeit am Herd verbrachte oder mit Putzzeug durch die Wohnung wirbelte … vermehrtem Verwandschaftsbesuch sei Dank! Zwar sparte ich mir die Schürze, doch kam ich mir vor wie die klassische Hausfrau. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden, denn wer damit erfüllt ist, genieße sein Glück. Ich bin da etwas anders gestrickt, klassische Rollenaufteilung gab es bei uns nie, dazu fehlte schlichterdings der Mann im Haushalt. Natürlich gab es Opa Heinz, doch hatte er längst aufgegeben in so vorgegebenen Bahnen zu denken, umgeben von Ehefrau, zwei Töchtern und einer Enkelin. Pascha wurde er erst abends um acht vor dem Schwarzweißfernseher bei der Tagesschau, im Ohrensessel, mit Bier und Zigarre in der Hand. Ansonsten nutzte er jede Gelegenheit, seine neugierige Enkelin an seiner handwerklichen Geschicklichkeit teilhaben zu lassen. So konnte ich mit gut zehn Jahren tapezieren, streichen, alte Dübellöcher zu schmieren und exakte Schlitze für Leitungen klopfen. Die Bohrmaschine und die gesamte Elektrik waren mir noch ein bisschen unheimlich, aber wie heißt es so schön, step by step! Leider musste Opa Heinz viel zu früh gehen und so hieß es ab dann … learning by doing! In ewiger Erinnerung wird mir eine Verputzaktion bleiben. Im Schlafzimmer meiner Mutter entfernten wir ein altes Waschbecken, schlugen die Kacheln ab und wollten neu tapezieren. Dazu wäre eine komplette Wand ganz hilfreich, also schafften wir säckeweise Verputzmaterial herbei und machten uns ans Werk. Herr Hundertwasser wäre mit Sicherheit stolz auf uns, denn gerade und glatt sah definitiv anders aus! Aber irgendwie klebte nachher die Tapete daran und der Schrank tarnte alles andere. Vor kurzem habe ich in einem nahe gelegenen Baumarkt gelesen, dass dort Handwerkskurse für Frauen angeboten werden. Jepp, das hätte ich damals schon gebraucht. Also meine Damen, stürmt diese Kurse, wer weiß wozu es mal gut ist! vor einiger Zeit fand ich ein Zippofeuerzeug mit der unten im Bild zu sehenden Aufschrift. Irgendwie wurde das zu meinem Lebensmotto:

Icandoit

Seit einigen Jahren gibt es die Girlsdays. Hier können Schülerinnen für einen Tag in klassische Männerberufe hinein schnuppern. Meine Tochter, damals dreizehn, ging in einen metallverarbeitenden Betrieb und stand den ganzen Tag an irgendwelchen hochtechnisierten Maschinen. Abends kam sie stolz wie Oskar mit einem selbst gefrästen Kreisel und diversen Schrauben zurück.  Und trotzdem ist es ihr Herzenswunsch, Kindergärtnerin zu werden. Und? Ist doch prima! Aber sie hat über ihren Tellerrand hinweg geschaut und sich freiwillig dieses Ziel gesteckt, nicht weil die Gesellschaft, die Familie oder wer auch immer es vorschreibt. Natürlich haben meine Mädels auch Puppen und ähnliches zum Geburtstag bekommen. Aber auch eine Werkzeugkiste, bestückt mit Hammer, Nägeln, Zange, Holzstücken, einem Zollstock, einer Säge und vielem mehr. Kurzfristig stieg der Pflasterverbrauch sprunghaft an. Aber das ist ja wohl nicht geschlechtsspezifisch. Und natürlich backe, koche und stricke ich und in meinem Studiengang der Oecotrophologie waren etwa 90 Prozent Frauen. Aber bei den Agrarwissenschaftlern war es genau andersrum. Und es hat mir auch nichts ausgemacht, bis zu den Hüften in der Gülle zu stehen. Mein damaliger Chef nahm bevorzugt weibliche Lehrlinge und Praktikanten, denn er sagte immer, die kommen aus Überzeugung und nicht weil sie müssen. In der Politik gibt es ja seit längerem Ambitionen, das klassische Rollenverständnis aufzuweichen. Doch solche Besetzungsfehler wie Frau von der Leyen im Verteidigungsministerium schrecken eher ab. Auch die vielbeschworene Quotenfrau erfüllt meiner Meinung nach nicht ihr Ziel. Im Grunde genommen sollten wir uns schämen, dass wir so eine Regelung brauchen, denn die Gesellschaft traut anscheinend den Führungsfähigkeiten der Damenwelt nicht so wirklich und so muss das Alibi-x-Chromosom auf Managerebene das Gewissen beruhigen. Werden wir nicht seit Jahren mehr oder weniger gut von einer Frau regiert? Der Mehrheit der Deutschen scheint es jedenfalls zu gefallen. Ich betone noch einmal, ICH BIN KEINE EMANZE!!! Dafür genieße ich zum Beispiel viel zu sehr, wenn ein charmanter Herr mir die Tür aufhält, in den Mantel hilft, etwas aufhebt, das mir herunter gefallen ist oder auch mal die Rechnung im Restaurant begleicht. Doch leider stirbt diese Spezies zunehmend aus. Jede, aber selbstredend auch Jeder möge sich seine Position in der Gesellschaft suchen. Aber doch bitte freiwillig und nicht weil sie/er dort hingedrängt werden. In jedem von uns schlummern Talente, die landläufig nicht zum Geschlecht passen. Weckt sie, fördert sie. Sie sind bestimmt eine Bereicherung für viele, halten den Geist auf Trapp und den Alltag abwechslungsreich.

Gedanken einer Ü40 – Jährigen