Archiv der Kategorie: POLITIK

RETTUNGSGASSE … EIGENTLICH KEIN HEXENWERK!?

Aus gegebenen Anlass – gestern ist ein Arbeiter von einer Autobahnbrücke gestürzt und die Rettung kam nicht durch – und eigentlich leider in einer Dauerschleife, möchte ich noch einmal alle Autofahrer daran erinnern, dass eine RETTUNGSGASSE Leben retten kann! Ich weiß, dass Gesetze gerne überschritten werden und die Straßenverkehrsordnung immer öfter in Vergessenheit gerät. Trotzdem … hier kann es auch ganz schnell mal um EUER Leben gehen und dann ist das Geschrei groß!

Rettungsgasse_Logo

Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrsteifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“ (§ 11, Absatz 2, Straßenverkehrsordnung)

Dieser Paragraph der StVO gilt seit dem 14.12.2016 und ist ja nicht vom Himmel gefallen. Gesetztlich verpflichtend ist diese lebensrettende Maßnahme schon seit 1982 und so könnte man meinen, es hätte sich langsam in den Köpfen der Kraftfahrergenerationen etabliert. Zumal in der neuen Version detailliert beschrieben wird, wie eine solche Gasse zu bilden ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass es hier tatsächlich um Menschenleben gehen kann, halte ich ein Bußgeld bzw. ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro für viel zu gering. Selbst wenn größere Behinderungen im Nachgang strafrechtlich verfolgt werden, dazu muss man die Übeltäter erst mal erwischen. Warum nicht gleich eine höhere Strafe verhängen, reichlich Punkte in Flensburg inbegriffen. Ich persönlich wäre einem Fahrverbot und/oder einer Nachschulung auch nicht abgeneigt. Das ist einfach KEIN KAVALIERSDELIKT!!

An diejenigen unter den Kraftfahrern, die der Meinung sind, man könne die Zufahrt von Rettung, Feuerwehr, Polizei und Abschleppwagen doch über den Standstreifen regeln … liebe Leute … der ist erstens nicht durchgängig verfügbar und zweitens kann da auch schnell mal jemand mit Panne neben dem Stau stehen … und dann … drüber hüpfen … Telekinese??? Aufwachen … BITTE!!!!

Nicht schrÑg_An den Rand

Aber so richtig in Rage versetzen mich jene Mitmenschen, die nichts anderes zu tun haben, als noch mehr Staus und Stockungen zu verursachen, weil sie ihre Schaulust befriedigen müssen: GAFFER!! Als gäbe es nicht jeden Tag im Fernsehen genug Blut und Katastrophen zu sehen, müssen sie sich am Elend der frisch Verunglückten weiden, immer auf der Jagd nach einem tollen Video, das man bei Youtube, Facebook und Co posten kann. Ich habe es vor zwei Jahren auf dem Rückweg aus dem Sommerurlaub selbst erlebt: Da sind Familienväter mit ihren Kindern auf dem Arm aus dem Auto gestiegen, über die Leitplanke geklettert, um einen Blick auf die Überreste eines Geisterfahrerunfalls zu erhaschen. Da reicht schon kein Fremdschämen mehr, da geht mir jeglicher Glaube an die Menschheit flöten!

MORGEN KANN ES EUCH TREFFEN, IMMER DARAN DENKEN!!

Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr hier.

Photocredit: http://www.rettungsgasse-rettet-leben.de

LEHRER AM LIMIT? WER IST SCHULD …

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt bei dem Einen oder Anderen unbeliebt mache, muss ich mal meinen Senf zu einer Radiomeldung von heute Morgen geben.

Da hieß es, die Grundschullehrer in Hessen (ich denke, dass kann man auch auf Bundesebene ausdehnen) seien an die Grenzen ihrer Leistung gekommen, ein normaler Unterricht kaum noch möglich. Ok, theoretisch würde ich dem uneingeschränkt zustimmmen. Lehrermangel herrscht definitiv! Vielleicht sollte ich erwähnen, dass meine Mutter Jahrzehnte lang Grundschullehrerin war, mit einem eben solchen verheiratet ist und unsere Freizeit oftmals mit anderen Pädagogen jeglicher Couleur geteilt wurde. Und diese Zeit hat mich geprägt! Wenn ich eines bereits im zarten Kinderalter wusste … LEHRERIN WERDE ICH NIE!!

Nun zu den Gründen, die da in der Meldung angegeben wurden. Als erstes nannte die Sprecherin zuviele Kinder mit Migrationshintergrund, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind. Ja, kann ich nachvollziehen. Es fehlen mit Sicherheit vorne und hinten Fachkräfte, die in den Schulen, aber auch außerhalb qualifiziert dafür sorgen, dass den hier eingeschulten Kindern die Sprache ihrer Wahlheimat beigebracht wird. Doch dann ging es gleich in die Offensive. Die Eltern würden sich nicht ausreichend um ihre Sprößlinge kümmern oder sie gar erziehen, die könnten nicht mehr zuhören, würden den ganzen Tag nur vor der Glotze hängen (hier ist wohl das Handy oder ähnliches inzwischen Gewinner) und wären überhaupt viel zu viel alleine.

Und genau da fällt bei mir erst mal der Hammer. Aus unterschiedlichen Gründen. In welchem Alter mögen die Eltern von Grundschulkindern heute sein? Ich würde sagen so Mitte dreißig in etwa. Also mindestens zehn Jahre jünger als ich. Wenn ich jetzt zurück blicke auf meine (Grundschul-)Zeit, da bricht mir heute noch der Schweiß aus. Wir waren fast 40 Kinder in der Klasse, auch nicht alle deutsch. Und wir haben mit Sicherheit jede Menge Mist gemacht. Aber wir hatten Grenzen! Wir hatten Frontalunterricht! Wir hatten Noten von der 1. Klasse an! Unsere Elternabende waren gut besucht! Und wir sind auch nicht schlauer oder dümmer als die Kindergeneration von heute. Trotzdem ist aus uns etwas geworden. Denn wir hatten klare, abgesteckte Linien, keine Frühförderung, kaum Nachmittagsbetreuung und Pädagogen, die auch schon mal die Stimme erhoben, wenn ihnen etwas nicht passte, einen harschen Brief an die Eltern schrieben, Nachsitzen ließen und Strafarbeiten vergaben.

Und dann begann in meinen Augen der Untergang der Pädagogik. Da wurde auf Kuscheln umgestellt, von Kleinstkindern erwartet, dass sie in Selbsterfahrungskursen im Kindergarten ihre Grenzen selber erforschen und auch festlegen. Klare Anweisungen, vor allem in der Schule, wurden verpönt. Es gab Arbeitspläne, die besagten, was man machen müsste … eventuell … und die Kontrolle der erledigten Arbeit überließ man gerne noch Mitschülern. Grenzen verschwammen … immer mehr. Von Generation zu Generation wurden sie weicher.

Gleichzeitig gab man den Eltern unendlich viel Mitspracherecht. Beschnitt sich als Pädagoge meiner Meinung nach selbst in seiner Handlungsfreiheit. Die Retourkutsche kam prompt: Stand im Zeugnis eines Erstklässlers künftig, dass der Schüler schon die Buchstaben a,b und c lesen konnte, waren die Eltern maßlos stolz. Lasen aber nicht zwischen den Zeilen wo da stand, alles andere kann er NICHT! Bloß nichts negatives mehr sagen. Aber think positiv wirkt eben nicht immer. Wenn heute der Pädagoge mal einen Kreisch loslässt, hat er gleich den Anwalt besorgter Eltern auf dem Hals, die ihn wegen Psychoterror verklagen wollen … mal etwas spitz formuliert.

Das „Nichtkümmern“ der Eltern hat sich eingeschlichen. Gab es doch zunehmend Betreuungsmöglichkeiten. Da waren dann ja Andere verantwortlich, passt doch besser. Aber und jetzt kommt ein dickes ABER!!! Nicht immer geschieht das, zumindest in der heutigen Zeit, freiwillig. Waren zu meinen Grundschulzeiten oft noch ein Elternteil und gegebenenfalls auch Oma oder Opa nachmittags zuhause, so sieht es heute so aus, dass aufgrund der (Voll)Zeitberufsfähigkeit BEIDER Elternteile (von irgendwas muss die Familie ja leben) und dem Auseinanderreißen intakter Familienstrukturen auf der Jagd nach einem guten Job, vielen Eltern gar nichts anderes übrig bleibt, als ihre Kinder über längere Zeiträume sich selbst zu überlassen.

Und dann muss ich lesen, dass gewerkschafltich organisierte LehrerInnen fordern, die  Vollzeitstelle auf 32 Stunden zu reduzieren, wäre doch familienfreundlicher und würde doch zum Leben immer noch reichen … ich bekomme gleich nen Kuschelkoller … von so etwas träume ich, als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und einem (mindestens) 40 Stunden Job, der so gerade zum Leben reicht, auch!

Photocredit: Stefan Bayer, pixelio

HERR ERDOGAN … GEHT´S DENN NOCH!?

Da habe ich mich vor kurzem noch über Donald Trump aufgeregt, der weit weg über dem großen Meer sein Unwesen treibt und nun das! Direkt vor unserer Haustür, na ja fast. In Europa, jedenfalls zum Teil. Aber zu Europa will er ja unbedingt gehören mit seiner Türkei, der Herr Erdogan. Dabei tut er gerade alles, um die Werte, die in europäischen Demokratien so hoch gehalten werden, mit Füßen zu treten.

Seit geraumer Zeit schon setzt Erdogan doch alles daran, seinen Staat und damit dessen Bevölkerung an die Leine zu legen und diese systematisch einzuziehen. Wenn er so weiter macht, hat er sein Ziel, die Alleinherrschaft, bald erreicht.

Im Zuge der mehrfachen Absagen der Auftritte seiner Kabinettsmitglieder in Deutschland hat er angeprangert, Deutschland ließe es an Meinungsfreiheit fehlen. Herr Erdogan, wer hat denn anlässlich des Weltfrauentages friedliche Kundgebungen von Frauen verboten, bzw. gewaltsam zerschlagen?

Desweiteren beklagt er, dass die Presse ein falsches Bild von ihm und seinem Ansinnen zeichnet. Herr Erdogan, wer hat denn hunderte von Journalisten ausgewiesen, verhaftet oder mit einem Arbeitsverbot zum Schweigen gebracht?

Er treibt es auf die Spitze und behauptet, dass in Deutschland diesbezüglich wieder Praktiken wie zu Nationalsozialistischen Zeiten herrschen. Herr Erdogan, wer hat denn Tausende von politisch anders Orientierten inhaftieren lassen, unterdrückt die kurdische Minderheit, lässt sogar kurdische Abgeordnete wegen Terrorverdachts verhaften und fordert nach der Armenien-Resolution der Bundesregierung gar Gentests der türkisch stämmigen Abgeordneten im Bundestag?

Da behauptet der designierte Alleinherrscher des Osmanischen Reiches doch glatt, dass der Nationalsozialismus in Deutschland noch immer weiter geht. Herr Erdogan, wer fantasiert denn vom Großtürkischen Reich, führt munter Krieg mit Nachbars und will die Todesstrafe wieder einführen?

Seiner Meinung nach habe Deutschland nichts mehr mit Demokratie zu tun. Ne, is klar! Herr Erdogan, wer will denn in dem undemokratischen Deutschland Wahlkampf machen für sein Referendum zur Stärkung des eigenen Präsidialsystems und hat längst alle wichtigen Positionen mit linientreuen Parteimitgliedern besetzt und Militärs, hohe Polizeibeamte und Politiker, die nicht so spuren wie gewünscht, verhaften lassen?

„Wenn ich kommen will, tue ich das.“ sprach der selbstbestimmte Patriarch und hatte wohl verdrängt, dass der ehemalige Führer des doch nicht ganz tausendjährigen Reiches genau so agiert hat. Herr Erdogan, wer trägt denn hier den Schnurrbart und bedient sich bei theatralischen Auftritten solch billiger Propaganda?

Bei solchen Äußerungen gegenüber dem deutschen Staat, den ich – so wie viele türkisch stämmige Menschen ebenso – meine Heimat nenne, hätte ich mir eines gewünscht: Eine etwas eindeutigere abweisende Reaktion aus allen politischen Lagern, aber vor allem von unseren Regierungsverantwortlichen. Diplomatie in allen Ehren, aber so wie Kinder brauchen vielleicht auch überhebliche Politiker klar aufgezeigte Grenzen. Hätte ein einheimischer Politiker sich so weit aus dem Fenster gehangen, wäre bestimmt wieder von Volksverhetzung die Rede gewesen … und das zu Recht!

Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, mich als ausländerfeindlich zu bezeichnen … nein, das bin ich ganz bestimmt nicht! Machtbesessenheit, Unterdrückung und Selbstverherrlichung … dem stehe ich feindlich gegenüber!

KATE GOES … POLITICS

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mir ein Parteibuch in die Tasche gesteckt habe. Denn eigentlich müsste die Partei, die für mich das Richtige ist, erst  noch erfunden werden. Im Prinzip ist es so, dass ich mit einzelnen Punkten der meisten Parteien in irgendeiner Art und Weise konform gehe. Aber ich gehe davon aus, das geht den meisten Anderen auch so. Bei uns in der Familie gibt es auch keine Traditionspartei. Meine Großeltern wählten zwar Zeit ihres Lebens die SPD, meine Mutter jedoch genauso lange die CDU. Ich persönlich habe mich von dem Moment an, wo ich berechtigt war, meine Kreuzchen zu machen, ein bisschen ausprobiert. Es dauerte eine Weile, bis die Kreuzchen permanent bei der SPD landeten. Und das hat die Partei Helmut Schmidt zu verdanken.

Wie ja schon vielfach hier zu lesen war, habe ich zu einigen Dingen eine Meinung. Mit der habe ich noch nie so wirklich hinterm Berg gehalten. Allerdings gehöre ich auch nicht zu den Leuten, die nur meckern, sondern ich versuche zumindest, auch mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln eine Verbesserung der Lage zu erreichen. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg, aber Versuch macht klug, oder wie heißt das so schön. Genau einen solchen startete ich, kurz nach meinem Umzug nach Weiterstadt, als eine für viele Anwohner unseres Wohngebietes unerträgliche Verkehrssituation dazu führte, dass die Menschen etwas ändern wollten. Mit ein paar unverzagten gründete ich eine Bürgerinitiatve, etwas laienhaft noch, aber immerhin mit dem Hintergedanken, uns Gehör und der Riedbahn etwas mehr Ruhe zu verschaffen. Das ich damit ausgerechnet dem SPD-Baron der Riedbahn auf die Füße trat, war mir nicht bewusst. Nach einem kurzen Schlagabtausch musste ich zugeben, dass wir eigentlich das Gleiche wollten. Da unsere Bürgerintiative sich langsam aber sicher zur One-Woman-Show entwickelte, zögerte ich nicht allzu lange und steckte mir das rote Parteibuch in die Tasche um vielleicht auf diesem Wege mehr zu erreichen. Inzwischen hat sich die Situation tatsächlich um Einiges entschärft. Die Stadt hat Regularien gefunden, die überdimensionierten Verkehrsströme an besonders einkaufsstarken Tagen schneller abfließen zu lassen. Und auch ich habe einen Weg gefunden, mir weiterhin Gehör zu verschaffen und meine Ideen einzubringen.

wahlkampf-bild-spd-2016

Seit April letzten Jahres sitze ich für die Weiterstädter SPD im Stadtparlament und zusätzlich im Haupt-und Finanzausschuss. Eine ganz interessante Erfahrung, auch wenn ich vor allem über die kommunale Finanzwelt noch so einiges Lernen muss. Mehr dazu HIER.

Was mich alledings manchmal den Kopf schütteln lässt, ist die Diskussionskultur in diesem Hause. Da gibt es Menschen, die sind prinzipiell erst mal dagegen, egal von welcher Seite der Vorschlag oder Antrag kommt, auch egal, ob sie in der letzten Legislaturperiode genau diesen Antrag einmal selbst gefördert haben und noch egaler, wenn das Thema längst vom Tisch ist, sprich beschlossen oder abgelehnt oder sonstwie reguliert. Kämen da wenigstens Argumente, denen man auch nur im Ansatz folgen könnte, ein Hauch von Akzeptanz oder Verständnis entgegen bringen könnnte. Aber nichts dergleichen. Wie soll man diskutieren, wenn man lediglich die Möglichkeit hat, dem Gegner seine eigene Unzulänglichkeit entgegenzuhalten, weil alles andere nicht fruchtet.

Diskutieren will gelernt sein. Man darf nicht vergessen, dass es sich dabei um ein ständiges Geben und Nehmen handelt, um ein Miteinander, nicht Gegeneinander. Ich mache es für mein Leben gerne. Und habe seit einigen Jahren einen hervorragenden Trainer und Sparingspartner in Form meines Nachbarn gefunden. Natürlich gibt es auch Momente, in denen er mich bis zur Weißglut reizt und ich ihn am liebsten via One-Way-Ticket auf den Mond befördern würde. Aber das storniere ich immer ganz schnell wieder, denn es macht einfach zu viel Spaß, sich über alles … aber auch wirklich ALLES … gepflegt austauschen zu können.

PEST ODER CHOLERA – ICE ODER STADION

Unsere Stadt, die mitten im Rhein-Main-Ballungsraum liegt, entwickelt sich erfreulich gut. Trotz Lärmfinger des Flughafen Frankfurts, der eine Bebauung in großen Teilen einschränkt, trotz Autobahnen rechts und links, trotz (Groß-)Städten wie Frankfurt oder Darmstadt, bleibt immer noch genug Platz für die Landwirtschaft. Hin und wieder fällt auch noch ein Fleckchen für neu zu erschließende Baugebiete ab, wie erst kürzlich der sogenannte Apfelbaumgarten 2.

Wir können auch über die Größe unserer Gewerbegebiete nicht klagen. Die daraus resultierende Umsatzsteuer gibt uns die Möglichkeit, vieles umzusetzen, zu dem andere Kommunen nicht in der Lage sind.

Casus Knaxus ist, wie in vielen Ballungsgebieten und gut frequentierten Mittelzentren, die Überlastung der Verkehrsadern. Das gilt nicht nur für Straßen, sondern auch für das Schienennetz. A5, A67 und auch die B42 sind ständig überlastet, ausgewichen wird dann auf ortsinterne Straßen, sehr zum Ärger der Anwohner. Im Zuge eines Ausbaus des Schienenetzes im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist eine transnationale Verbindung zwischen Genua und Rotterdam geplant. Die Bestandsstrecke Mainz-Aschaffenburg soll an diese Neubaustrecke angebunden werden. Dafür gibt es mehrere Varianten. Des weitern schwebt unser kleiner „großer“ Nachbar gerade auf dem Höhenflug und träumt von einem eigenen ICE-Anschluss. Die kritische Anschlussvariante, gepaart mit dem Neubau einer Güterverkehrstrasse zur Entlastung der Bestandsstrecken, würde Weiterstadt hart treffen. Neben dem erheblich erhöhten Lärmpegel und großer Entwichlungseinschränkungen auf noch freien Flächen, würde das sehr beliebte Naherholungsgebiet „Braunshardter Tännchen“ mit ziemlicher Sicherheit durch den Schienenstrang zerschnitten und damit unbrauchbar für die örtliche Freitzeitgestaltung.

Teil zwei des Höhenfluges ist ein neues Stadion für den Traditionsverein SV Darmstadt 98. Wobei hier die Darmstädter an und für sich nicht allzu viel Schuld trifft. Die meisten Heiner würden wohl lieber ihr alteingesessenes Bölle behalten, es sei denn, sie wohnen direkt nebenan. Doch der DFB macht einen Stadionneubau zur Auflage für die Lizenz, egal ob in der 1. oder in der 2. Liga. Seit Monaten gibt es Spekulationen über den geplanten Standort des neuen Stadions für die Lilien. Inzwischen hat die Stadt Darmstadt zusammen mit dem SV98 vier Standorte in und um Darmstadt ausgemacht, die in  Frage kämen. Wie man in gut informierten Kreisen unter der Hand munkelt, gehört der Weiterstädter Standort zu den Favoriten. Welcher grüne Darmstädter Bürgermeister, der in diesem Jahr wieder gewählt werden möchte, würde auch zwei Standorte favorisieren, für die hektarweise Wald abgeholzt werden muss. Fakt ist, dass das Areal, welches für den Stadionneubau auserkoren ist, fast vollständig im Besitz der Stadt Darmstadt ist, sich aber auf Weiterstädter Gemarkung befindet. Heißt im Klartext, dass ohne die Erlaubnis Weiterstadts dort keine Bagger rollen würden. Fakt ist weiterhin, dass weder die Stadt Darmstadt, noch der SV98 eine offizielle Anfrage an den Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat. Fakt ist auch, dass unser Bürgermeister prophylaktisch mehrere Bedingungen daran geknüpft hat, auch nur darüber nachzudenken, ob so ein Riesenbau auf diesem Gelände errichtet werden kann. Und letzter Fakt ist, dass dieser Eventuell-Stadionneubau sich nahezu genau dort befindet, wo die neuen Bahntrassen geplanter Weise entlanglaufen sollen.

Wenn ich mich jetzt als Weiterstädterin zwischen Pest oder Cholera entscheiden müsste, also zwischen Bahntrasse und Stadion … ich würde nicht lange überlegen. Als Lilienfan, Selten-Bahnfahrerin und Anwohnerin des am meisten betroffenen Stadtteils Weiterstadt wäre ich definitiv für ein Stadion. Natürlich bringt auch ein Stadion mehr Verkehr und Lärm und vielleicht auch Dreck von durchwandernden Fan. Aber mal ehrlich, Lärm haben wir sowieso schon von der A5, der Verkehr ist an den meisten Samstagen und an Stoßzeiten eh schon heftig … und Straßen können nicht voller als voll sein. Und Dreck, na ja, die Kunden des nahen Einkaufszentrum meiden auch jetzt schon die Benutzung öffentlicher Mülleimer und präferieren die Abfallentsorgung auf Bürgersteigen oder Grünstreifen. Das ganz große ABER sind jedoch die Bedingungen, die der Weiterstädter Bürgermeister gestellt hat: Für etwaige Überlegungen einer eventuellen Genehmigung für den Stadionneubau muss es Garantien geben: Eine separate Autobahnabfahrt für das Stadion gibt (eine Zuführung der Fans über die B42 kommt nicht in Frage). Der Lärmschutz muss von ausgezeichneter Qualität sein. Die Infrastruktur rund um das Stadion wird komplett ausgebaut. Es gibt eine neue Straßenbahnlinie vom Darmstädter Bahnhof zum Stadion. Im Klartext heißt das, dass irgendjemand mindestens 60 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, bevor die Stadt Weiterstadt darüber nachdenkt. Klingt nicht sehr wahrscheinlich, oder? Außerdem bezweifel ich, dass die Darmstädter so naiv sein werden, einen solchen Wirtschaftsfaktor auf unserer Gemarkung zu platzieren, dafür eine Menge Geld hinblättern und dann zusehen müssen, wie wir von der Gewerbesteuer profitieren. Hadert man doch bei den Nachbarn schon mit dem Einkaufzentrum in unserem Stadtteil. Sollte, allen Einwänden zum Trotz , Darmstadt doch um die benötigte Genehmigung bei uns ersuchen … seien wir doch mal ehrlich! Profitieren wir nicht auch in hohem Maße von dem Neubau? Die Infrastruktur in ein eventuell noch zu erschließendes Gewerbegebiet würde komplett auf Kosten anderer ausgebaut. Die Straßenbahnanbindung, die von einigen Weiterstädtern schon seit Jahren gewünscht wird, gäbe es umsonst. Die Fans, die alle vierzehn Tage zu den Heimspielen kämen, würden vielleicht auch das vor sich hindümpelnde  Einkaufszentrum mit vielen Leerständen und andere Einzelhandelsbetriebe im Dunstkreis des Stadions einen positiven Kick geben. Es gäbe mit Sicherheit auch das Stadion begleitende Gewerbeansiedlungen.

Also: PEST ODER CHOLERA … was hättet ihr lieber?

Das ich nicht ganz alleine mit meinen Gedanken zum Stadionneubau bin, könnt ihr auch hier nachlesen : boellen-weiterstadt

 

TRUMP … KOMBI ALLEN ÜBELS???

Dear Mr. President …

Es fällt mir ganz schön schwer, diesen Mann so zu nennen. Für mich kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er sein Amt, in das er auf demokratischem Weg gewählt wurde, für seinen Machtausbau missbraucht. Langsam aber sicher scheint die Wahl das Einzige zu sein, das ihn noch von den anderen Machtbesessenen dieser Welt unterscheidet.

Er setzt Werte, für die das Amerikanische Volk Jahrhunderte lang gekämpft hat, einfach außer Kraft.Lady Liberty schlägt vor Kummer schon die Hände vor´s Gesicht und schämt sich fremd für so Einen an der Spitze ihres Landes.

lady-liberty

Ganz aktuell tritt er die Pressefreiheit mit Füßen, die auch im Amerikanischen Grundgesetz verankert ist.  Journalisten und Presseorgane, die nicht nach seiner Pfeife tanzen, werden kurzerhand ausgesperrt. Zumindest verbal will Trump Journalisten dazu zwingen, ihre Quellen preis zugeben. Dafür gibt es zwar in den einzelnen Bundesstaaten der USA unterschiedliche Regelungen, doch prinzipiell tastet ein Gericht die Anonymität einer Quelle nur dann an, wenn zum Beispiel die nationale Sicherheit gefährdet ist. Doch wer ist es denn eigentlich, der die bemängelten Fakenews ins Amerikanische Volk streut? Mr. President himself! Was war das mit dem Terroranschlag in Schweden, von dem niemand im skandinavischen Land etwas wusste. Oder das imaginäre Massaker von Bowling Green. Harmloser die Variante, als er seine Wahlkampfzahlen als einzigartigen Erfolg anpries und sich von Journalisten aufklären lassen musste, dass sie nichts Besonderes waren. Kein Wunder also, dass er mit der Presse hadert, entlarven sie ihn doch Tag für Tag. Und nun bleibt er auch noch dem Traditionsdinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten fern. Das hat vor ihm nur Ronald Reagan getan, unfreiwillig, da noch verletzt durch den Anschlag auf ihn. Nun ja, vielleicht schmeckt das Essen so auch besser und Späße auf seine Kosten gibt es bestimmt auch in seiner Abwesenheit.

Politische Abkommen und Ähnliches werden mit Füßen getreten. Da soll es neue Millioneninvestitionen in Sachen Rüstung geben. Es macht mir Angst, diesen egoistischen Machtbesessenen mit dem Finger über dem roten Knopf zu wissen. Von erneuerbaren Energien scheint er auch nicht viel zu halten. Da werden auf Teufel komm raus organische Ressourcen abgebaut und auf Kohlekraftwerke gesetzt. Klimawandel hin oder her. Was kommt als nächstes? Der Austritt aus dem Klimaschutzabkommen von Paris? Lieber Mr. President, der Klimawandel wird auch die USA treffen. Mit Geld kann man sich leider keine gesunde Welt kaufen. Geld hat er in seinem Kabinett ja reichlich zusammen gesammelt, dafür umso weniger Know How in Sachen Politik und Diplomatie. Aber vielleicht lässt sich so die Crew auch besser lenken und steuern. So wie er es mit seiner billigen Propaganda auch mit dem Amerikanischen Volk versucht. Da wo dann eventuell die schlechte Rhetorik und die sinkende Beliebtheit im Wege sind, setzt er halt getreue Anhänger seiner Denke auf entsprechende Posten, wie neulich bei der Neubesetzung eines Obersten Richters.

Aber noch ist Amerika eine Demokratie. Noch ist es nicht zu spät, das Blatt für das Land zu wenden. Glaubt man den Experten, ist es auch keine Frage mehr ob, sondern nur noch wann Donald Trump sein Amt wieder los wird.

Liebe Amerikaner, ich kann nur hoffen, dass ihr für den Erhalt der Werte, die euer Land ausmachen, einiges in die Waagschale werfen werdet. Lasst Lady Liberty wieder lächeln!