GENDERWAHNSINN!?

Ihr fragt euch sicherlich, was das Bild einer Torte mit der Überschrift zu tun hat. Nein, es war kein Versehen, es war Absicht. Diese Torte habe ich heute gemacht. In meinem Kochbuch steht sie unter „Herrentorte“. Und als ich da so in meiner Küche stand und ganz klassisch meiner Rolle als Hausfrau nachkam, sprang mich der Gedanke an, dass ich als selbständige, emanzipierte Frau mit reichlich Selbstbewusstsein und ausreichend Wissen um meine Qualitäten und Fehler, diese Torte ja eigentlich umbenennen müsste. Folgt man jedenfalls dem Ansinnen vieler Aktivistinnen, die sich um die Gleichstellung der Frau Sorgen machen. Also gut, aus „Herrentorte“ wird „Herrinnentorte“ … gefällt mir irgendwie, der Gedanke und der Ausdruck!

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Immer wieder sehe ich vor allem in sozialen Netzwerken die entrüsteten Posts von selbsternannten Gleichstellungsbeauftragt_innen, die sich über Redewendungen in Werbung, auf Plakaten, Formularen oder sonst wo aufregen. Ja, nicht überall wird die weibliche Form mit erwähnt. Und? Würde das was an der Grundproblematik ändern? Meiner Meinung nach nicht! Es würde in Summe viele Euros verschlingen, sämtliche Formulare, Software und ähnliches zu ändern. Wollen wir das Geld nicht lieber dahin stecken, wo es längst überfällig ist, nämlich in die gleichgestellte Bezahlung von Mann und Frau im selbem Job! Ich persönlich fühle mich nicht weniger wertvoll oder wichtig nur weil da vielleicht „Liebe Besucher“ steht. Und ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass eine Frau mehr Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein bekommt, wenn da irgendwo „Liebe Kundinnen und Kunden“ aufgezählt wird. Man möge mich korrigieren, wenn Studien etwas anderes aussagen.

Wenn ich einen Brief mit der Anrede „Herr“ bekommen, lache ich darüber und denke vielleicht noch einen Moment darüber nach, ob ich dem Absender mal persönlich beweisen soll, dass ich eine Frau bin. Um mich jedoch darüber aufzuregen, dafür ist mir meine Energie viel zu kostbar.

Was machen wir denn jetzt mit dem neu im Gesetz verankertem dritten Geschlecht? Noch mal alles bereits Veränderte überarbeiten? Formulierungsvorschläge?

In diesem Sinne …. Frau Doktor_in Keil!

GEMARKUNGSGANG WEITERSTADT – INFOS AM LAUFENDEN KILOMETER

Seit vielen Jahren initiiert die Stadt Weiterstadt im Januar einen Rundgang durch die Gemarkung. Vor einigen Jahren wurde ein Weiterstädter Rundwanderweg ausgezeichnet, der nun als Grundlage für den meist zehn Kilometer langen Gemarkungsgang dient.

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In diesem Jahr waren Start und auch Ziel in Weiterstadts Ortskern am Marktplatz. Bürgermeister Ralf Möller begrüßte rund 250 Bürgerinnen und Bürger, namentlich einige Kommunalpolitiker, bevor sich die Menge in Bewegung setzte, begleitet von der Stadtpolizei und dem Roten Kreuz. Von der Darmstädter Straße ging es rechts ab Richtung B42, die überquert wurde und entlang des Steinbrücker Hofes führte die Strecke zum Gewerbegebiet West.

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Nach etwa einem Drittel der Strecke gab es die erste informative Pause am Regenrückhaltebecken. Darin wurde, um den Platz sinnvoll zu nutzen, eine von acht Solaranlagen errichtet. Von dort aus wird auch mittels Pumpanlagen der Grundwasserspiegel reguliert, also aktives Grundwassermanagement betrieben. Eine ehemalige Pumpanlage der Firma Merck dient heute als Druckerhöhungsanlage, die bei zu hoher Wasserentnahme den Druck in den Leitungen erhöhen kann. Überschüssiges Grundwasser wird generell mittels mehrerer Pumpanlagen entweder in den Westwald gepumpt oder in Gräben im Waldgebiet Triesch, wo es dann versickert. Seit die Firma Merck aufgrund einer Produktionsanlagenumstellung nicht mehr so viel Grundwasser benötigt, stieg der Spiegel in regenreichen Zeiten so sehr an, dass Keller in Teilen von Braunshardt und Weiterstadt nass wurden. Auch hiergegen steuert das Grundwassermanagement aktiv an. Es ist kaum vorstellbar, aber unter dem unscheinbaren Becken befinden sich Anlagen von der Höhe eines Zweifamilienhauses!

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Möller erläuterter bei dieser Pause auch, dass sich hier im Gewerbegebiet West das Letzte der noch freien Gewerbegrundstücke befände. Wenn auch dieses verkauft sei, müsse man überlegen, wo weitere Gewerbegebiete ausgeschrieben werden könnten.

Von besonderem Interesse für die Weiterstädter waren auch seine Erklärungen zur geplanten ICE Neubaustrecke bzw. zu den möglichen Streckenführungen der Verbindungsrouten mit der Bestandsstrecke, die ziemlich genau an der Raststelle des Gemarkungsganges vorbeiführen würde. Scherzhaft meinte Möller, dass ein möglicher Neubau des Stadions des SV 98 Darmstadt, der vor einigen Monaten an dieser Stelle im Gespräch war, die Bahnstreckenführung wohl verhindern könne.

Anschließend machte sich die Wandergruppe weiter auf den Weg in Richtung Darmbach, an dem entlang es dann in Richtung Gehaborner Hof ging.

Hier sorgte die Freiwillige Feuerwehr Weiterstadt für einen kleinen Imbiss. Markus Mager, dessen Familie den Gehaborner Hof von der Stadt Darmstadt erworben hatte, in deren Besitz er ca. 120 Jahre war, gab einen kurzen Abriss über die Geschichte des Hofes, der namentlich erstmalig 1163 als Gut Gebenbrunnen erwähnt wurde. Johann Wolfgang Goethe und Johann Heinrich Merck, dessen Nachkommen den Weltkonzern Merck gründeten, waren wohl die berühmtesten Besucher der großen Hofreite, die im Besitz der Stadt Darmstadt zunehmend verfiel. Der Familie Mager dient sie erst einmal als Außenlager. Für Leben auf dem alten Gehöft sorgen ein Reitverein und ein paar Alpakas, die als Streicheltiere gehalten werden.

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Frisch gestärkt setzte sich der Tross dann quer durch das Waldgebiet Triesch, entlang des gleichnamigen Rückhaltebeckens, Richtung Naturschutzgebiet Löser und Justizvollzugsanstalt (JVA) in Bewegung. Vor den Toren der JVA wurde abermals Halt gemacht. Die JVA erlangte 1993 Berühmtheit, als die 3. Generation der RAF den fast fertiggestellten Neubau durch einen Sprengstoffanschlag so stark beschädigte, dass das damals als Untersuchungshaftanstalt geplante Gefängnis erst vier Jahre später in Betrieb gehen konnte.

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Inzwischen hat sich die JVA zu einem der größten Arbeitgeber in Weiterstadt entwickelt, hier finden 300 Menschen Beschäftigung. Seit 2011 ist es eine Justizvollzugsanstalt für den Vollzug von Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für männliche Gefangene. Jüngst kam sie wieder in die Schlagzeilen, als es darum ging, dass hier auch die sogenannte anschließende Sicherheitsverwahrung von Straftätern etabliert werden sollte. Inzwischen ist die JVA ein Gefängnis mit der höchsten Sicherheitsstufe, ein Hochsicherheitsgefängnis. Seit Januar diesen Jahres ist hier auch die gemeinsame Überwachungsstelle der Länder für Träger von sogenannten elektronischen Fußfesseln untergebracht. Deutschlandweit gibt 95 solcher Straftäter, meist schwere Gewalt-oder Sexualstraftäter. In Hessen sind es derzeit zwölf.

Möller machte hier noch einen kleinen Exkurs zu den in Weiterstadt geplanten drei Hundewiesen. Denn zwischen JVA und Kompostierungsanlage wird eine entstehen. Die anderen werden in Braunshardt am Feldweg in Verlängerung der Georgenstraße sowie in Gräfenhausen am Ortseingang in Richtung Wixhausen sein. Sie erhalten eine komplette Umzäunung, so dass Hunde frei laufen gelassen werden können. Für das Sauberhalten sind die Hundehalter selbst verantwortlich. Das Dutzend mitlaufende Vierbeiner schien die Ankündigung schwanzwedelnd zu begrüßen!

Weiter ging es erneut über die B42 Richtung Braunshardter Tännchen und den Sportanlagen des SV 1910 Weiterstadt. Wie versprochen ging der Bürgermeister auch hier noch einmal auf die mögliche Streckenführung der Verbindungsschleife von der Bestandsstrecke zur Neubaustrecke ein. Sehr anschaulich schilderte er die Tatsache, dass es bei einer der Streckenführungen sein könnte, dass diese direkt durch das beliebte Naherholungsgebiet führe und auch den Sportplatz betreffen könne. Da die Strecke ohne Weichen geplant werden müsste, hieße das im Klartext, dass die Gleise für beide Richtungen mittels riesiger Bauwerke in einer Höhe von ca. 15 Metern in die Landschaft eingepasst würden. Er erinnerte an die IG Neubaustrecke, die sich im letzten Jahr gründete und die sich an entsprechender Stelle dafür stark macht, dass Weiterstadt von solchen Maßnahmen verschont bleibt. Möller forderte alle Anwesenden auf, doch Mitglied zu werden. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei! Hier geht es zum Mitgliedsantrag

Möller ging an dieser Stelle noch einmal auf die Campus Idee rund um die Albrecht-Dürer-Schule (ADS) ein. Hier könnten die ADS, die Sportanlagen, die Jugendförderung und eine auf dem Gelände der ADS vom Kreis geplante fünfte Grundschule für Weiterstadt ein weitläufiges Zentrum für Kinder und Jugendliche bilden. Geplant ist auch eine zentrale Küche für die Mittagsversorgung aller Weiterstädter Schulen. Der Klein-Gerauer-Weg soll dann zur Sicherheit der Schulkinder zur verkehrsberuhigten Fahrradstraße werden.

Mit all diesen Informationen im Gepäck startete der müde Lindwurm schließlich zur Schlussetappe, die ihr Ziel im Weiterstädter Bürgerzentrum fand. Hier wartete die Feuerwehr mit vielen fleißigen Helfern bereits mit Gulaschsuppe, Nudeln mit Tomatensauce und Getränken auf die Heimkehrer.

Während fleißig gelöffelt wurde, nahm der Bürgermeister die Gelegenheit wahr, um sich bei allen zu bedanken. Außerdem wies er darauf hin, dass in diesem Jahr die  „Tour der Hoffnung“  in Weiterstadt Halt machen würde. Seit mehr als 30 Jahren sammeln hier radelnde Freiwillige, darunter viel Prominenz, Geld für die Unterstützung krebskranker Kinder und deren Eltern.

STERNENKINDER – BILDER ALS WUNDERSCHÖNE ERINNERUNG

Vor einiger Zeit habe ich schonn einmal über Sternenkinder geschrieben. Ein Schicksalsschlag, den vielen teilen. Und doch ist es immer noch tabuisiert. Seit einigen Jahren gibt es auf vielen Friedhöfen die Möglichkeit, an einer Gedenkstätte die Erinnerung an das Sternenkind hochzuhalten. Wenn ich das bei uns in Weiterstadt so sehe, gibt es dort Erinnerungen an mehr als ein Dutzend kleine Engel, doch gesehen habe ich dort noch niemanden. Einige Betroffenen haben den Mut aufgebracht, Initiativen zu gründen, die sich mit der Thematik befassen. Vorrangig geht es dort um den Gedankenaustausch, denn emotional ist diese Erfahrung eine Höllenfahrt und da tut es gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Außerdem gibt es dort wertvolle Tipps im Umgang mit den Behörden und der Organisation bzw. Ausführung einer möglichen Beisetzung. Auch im Netz findet man inzwischen zahlreiche Hilfe und sei es nur, wenn man auf der Suche nach der Gestaltung seiner eigenen Erinnerung ist.

Was für mich neu war, ist die Möglichkeit, die kleinen Sternenkinder von Profis fotografisch in Erinnerung zu halten. Ich las es vor kurzem zum ersten Mal bei einer Freundin aus Köln, die Fotografin ist – Isabell Großer. Es waren so wunderbar rührende Fotos, die die kleinen Füßchen in den Händen der Eltern zeigten, so ästhetisch. Da gab es nichts Unappetitliches dran. Es hat mich tief bewegt. Wie gerne hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, bzw. daran zu denken, es zu machen. Diese Erinnerung kann einem Niemand mehr nehmen, man kann sie teilen.

Kurze Zeit später las ich in unserer Tageszeitung einen Artikel von einem befreundeten Journalisten – Jürgen Buxmann. Er berichtete über eine Initiative in Ober-Beerbach, die 2013 von Kai Gebel gegründet wurde. „Dein Sternenkind“ gibt Eltern die Möglichkeit, einfühlsame Fotos der kleinen Engel machen zu lassen. Etwa 10 Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich für die Initiative, rund 500 Fotografen über die ganze Republik verteilt beteiligen sich daran.

Mein Dank gilt all denen, die diese oft belastende, beklemmende und doch so wunderschöne Arbeit leisten!

VORSÄTZE – NUR EIN FALL FÜR DEN JAHRESWECHSEL?

Seit mal ehrlich? Wer von euch hat nicht schon mal eine ganze Liste voller guter Vorsätze zum Jahreswechsel im Kopf gehabt oder gar laut vor Zeugen ausgesprochen? Und wie lange haben sie gehalten? Mancher wurde bestimmt schon mit dem nächsten Schluck Sekt oder Bier auf der Sylvesterparty weggespült. Andere haben vielleicht den nächsten Morgen erlebt, wenn der Kater oder das Magendrücken zu schlimm waren. Wieder andere segneten das Zeitliche, wenn aus dem Vorsatz eine lästige Pflicht wurde oder wurden Opfer von Stress oder geliebten Alltagsgewohnheiten. Dann gibt es da die, die sich in den hintersten Gehirnwindungen verstecken um ja nicht negativ aufzufallen und zu guter Letzt solche, die der innere Schweinehund schlichterdings auffrisst.

Thematisch sind sie ja auch weit gefächert. Wahrscheinlich führen Abnehmen, Nichtraucher werden, (zumindest zeitweilige) Alkoholabstinenz und gegebenenfalls noch weniger Arbeiten die alljährlichen Hitlisten an.

Passend zum Jahreswechsel werden wir ja schon seit Wochen medial mit Anregungen für völlig Fantasielose befeuert. Wenn man sich die Werbung so ansieht, müssten wir in einem Volk von ausschließlich schlanken, gut trainierten, wohl ernährten und für das jeweilige Alter viel jünger aussehenden Menschen leben. Da gibt es Fitnessapps mit Trainings-und Ernährungsplan, solche, die Kalorien zählen oder Diäten maßgeschneidert preisgeben. Dazu kommen Nahrungsergänzungsmittel, Rauchfrei-Varianten, Eiweißshakes, Pillen gegen Hunger und Appetit oder solche, die helfen, das Gegessene einfach unverdaut wieder auszuscheiden. Liegt es nun an den Produkten oder an den Menschen, dass es nichts wird, mit der fitten Nation?

Allemal machen entsprechende Industriezweige zu dieser Jahreszeit ihren Reibach mit den Produkten, wohl wissend, dass der berühmte JoJo-Effekt ihre Probanden immer wieder in ihre Fänge treibt.

Die gängigen Frauenzeitschriften haben das längst erkannt und nutzen es aus. Denn da prangt der JoJo-Effekt schon auf der Titelseite. Meist in größeren Lettern wird die neueste, effektivste, langanhaltendste Diät angepriesen, etwas kleiner und verschämter daneben die besten Plätzchen, Torten, Blechkuchen, Hackfleischgerichte, Aufläufe und viele Schlemmereien mehr. Sozusagen Zuckerbrot und Peitsche in einem Atemzug.

Also: Es ist ja gar nicht soooo schlimm, wenn man die guten Vorsätze aus der Sylvesternacht ein wenig ins laufende Jahr verlegt, kann man sich doch ganzjährig exzellente Tipps aus landläufigen Frauenzeitschriften holen.

Deshalb nicht aufgeben, wenn es bis zum Fasching nicht klappt, nach der Schlemmerei ist vor der Diät oder andersrum. Ihr seid nicht alleine da draußen, die mit sich hadern. Und natürlich ein dickes Schulter klopfen für die unter euch, die – was auch immer sie sich vorgenommen haben – es schafften!

Frohes, erfolgreiches, gesundes Neues für euch!