DeTox – Protokoll eines Selbstversuches

Magenschmerzen waren an der Tagesordnung, Kopfschmerzen verbündeten sich mit ihnen. Ständig das Gefühl, nichts geht mehr, nur noch schlapp, keine Antrieb, keine Energie. Eine Blasenentzüngung jagte die nächste Pilzinfektion. Es grummelte in einem fort im Gedärm. Standardnahrung tagsüber: Kaffee und Zigaretten. Und abends dann den Bauch voll schlagen, bis die Übelkeit Einhalt gebot und trotzdem noch irgendwie auf der Jagd nach dem nächsten Essbaren.

So ging es nicht weiter! Aber für so eine „normale“ Ernährungsweise stand der innere Schweinehund ständig sabbernd und schwanzwedelnd zwischen mir und dem gesunden Essen. Also musste die Hammermethode herhalten. In der Apotheke Glaubersalz zum Abführen besorgt, ungezählte Packungen verschiedenster Kräutertees erworben, dazu Bio-Gemüsebrühe und unterschiedliche Direktsäfte. Noch ein paar Zitronen und Ingwer. Es konnte los gehen.

Den letzten Kaffee am morgen zelebrierte ich mit Andacht und Hingabe, wohl ein Abschied für ein paar Tage. Dann den Tag irgendwie angefangen und schließlich mit dem Glaubersalz in der Hand vor dem Waschbecken gestanden. Laut Packungsbeilage 2 Teelöffel auf einen Viertelliter. Damit es nicht zu gruselig schmeckt, noch den Saft einer halben Zitrone reingequetscht. Und dann in kleinen Schlucken … Hm, hatte es schlimmer erwartet. Also noch mal so eine Portion, damit der Anfang zügig über die Bühne geht.

Die Wirkung ließ etwa eine Stunde auf sich warten und war, na ja, erfolgreich! Drei, vier Gänge in zwei Stunden sind auszuhalten, voweg ein gewaltiges Gegrummel um den Bauchnabel herum.

Merkwürdiger Weise hatte ich kein Verlangen nach fester Nahrung, obwohl diese überall um mich herum stand. Flüßigkeitsverluste wurden mit reichlich Kräutertee, stillem Mineralwasse und zwei bis drei Tassen Gemüsebrühe ausgeglichen. Es ging gut bis zum frühen Nachmittag. Dann kam das Dauergähnen und die Sucht nach einer Tasse Kaffee. Oder zwei … oder drei. Aber ich blieb standhaft. Dann kamen leider auch die Kopfschmerzen wieder. Mehr trinken … Wasser … jedes Aquarium wäre neidisch. Half nicht wirklich. Müde ohne Ende wurde selbst Treppensteigen zum Problem.

Der Nachmittag, der Abend – auch noch mit Termin – zog sich endlos. Ich habe früh die Segel gestrichen und hoffte, dass Schlaf die Kopfschmerzen vertreiben würde, falls meine dauergefüllte Blase überhaupt zulassen würde, länger als zwei Stunden am Stück die Augen auf zu machen.

Morgen geht es weiter …

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