KATE GOES IT … ODER WENN ALTER WEISHEIT BRINGT!

Meine erste Erfahrung mit so etwas Ähnlichem wie IT machte ich in der 11. Klasse, Wahlfach Computerprogrammierung. Ich wollte da unbedingt rein, auch wenn ich keinen dieser damals so beliebten C 64 Kästen zu Hause stehen hatte. Irgendwie war ich der irrigen Annahme, dass das etwas mit Mathematik zu tun hatte und darin war ich verdammt gut. In diesem Kurs waren dann auch lauter „Experten“, allesamt Jungs. Mir wurde sehr schnell klar warum, denn dieses eigenwillige System, die hinter der Programmiersprache BASIC stand, konnten nur männliche Zeitgenossen verstehen, dass hatte nichts mit weiblicher Logik zu tun, überhaupt mit Logik! Ein glattes Mangelhaft auf dem Halbjahreszeugnis ließ jeden Zweifel darüber sterben und mich den Kurs verlassen.

Ein paar Jahre Pause in Sachen Computer taten mir ganz gut, doch dann wurde der Umgang mit den Zauberkästen wieder unvermeidlich. Das Verfassen der Diplomarbeit stand an und die Zeiten, wo man diese in die Schreibmaschine hämmerte, Diagramme und Grafiken mit Buntstift penibel gestaltete, ausschnitt und aufklebte … ja die waren längst vorbei. Zu meinem Leidwesen saß ich auch noch an einer sehr Labor lastigen Arbeit, sprich viele Diagramme, viele Grafiken, wenig Text. Letzterer war schnell eingetippt. Auch Tabellen waren, Exel sei dank, schnell kreiert. Doch dann hörte der Spaß auf, denn Exel war definitiv zu doof, um zu kapieren, wie meine Grafiken auszusehen hatten. Die Deadline zur Abgabe rückte immer näher, der PC mehr als einmal kurz davor, aus dem Fenster zu fliegen, mein damaliger Freund kam mit Kamillentee kochen kaum noch hinterher. Um Dampf abzulassen bin ich bestimmt zwei Mal täglich mit dem Rad in einem Affenzahn bis hinter Bad Godesberg gerast – einfache Strecke ca 12 Kilometer. Doch meiner weiblichen Überzeugungskraft sei Dank, irgendwann hatte auch der PC kapiert, wie die Bildchen aussehen sollten.

Von da an vertiefte sich meine Affinität zu diesem Wunderwerk an Technik ein wenig. Ich surfte vergnügt vor mich hin, nicht ahnend das ein Antivirusprogamm kein Grippemedikament ist. Der unvermeidliche Tod meiner Festplatte ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Doch wie heißt es so schön: Learning by doing. Inzwischen gelingt es mir, den Laptop zu bedienen, ohne dass die Selbstzerstörung aktiv wird. Facebook, Google, WordPress, Xing und Co machen das, was ich von ihnen erwarte. Dem netten Herrn vom 1&1 Techniksupport bin ich haushoch überlegen, auch er weiß dank mir jetzt, wie meine Fritzbox am besten zu rekonfigurieren ist. Ohne mein Smartphone fühle ich mich nackt, auch wenn ich ihm noch beibringen muss, dass man nicht gleich den Geist aufgibt, nur weil man mal baden geht oder auf einen harten Untergrund fällt. Wird schon noch, keine Sorge!

Ist es bei dieser Entwicklung nicht vorbestimmt, dass ich seit einem Monat in einer IT-Security Firma arbeite? Ja genau! Hätte ich mir selbst nicht träumen lassen. Aber keine Sorge, meine wirklich überaus freundlichen Kollegen verkraften das schon. Und auch ich werde den komischen Mischmasch aus Normalo-Deutsch und IT-English irgendwann verstehen und aus dem FF beherrschen … wäre doch gelacht wenn nicht! Denn auch im hohen Alter von beinahe 50 Lenzen sollte man sich seinen Herausforderungen stellen. Hält jung und flexibel … glaubt es mir!

Photocredit: Tim Reckmann, pixelio.de

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