KATE GOES GARDEN …ODER DIE METAMORPHOSE VOM HÄSSLICHEN ENTLEIN ZUM PUBERTIERENDEN SCHWÄNCHEN

Um es gleich mal vorweg zu schicken … meine Erfahrung mit einem eigenen Garten beruhte bis vor ca. 18 Monaten auf die Bepflanzung und Pflege von allerhöchstens drei Balkonkästen und ein paar sehr genügsamen Kübelpflanzen. Doch dann zogen wir in ein Haus mit mehreren Hundert Quadratmetern „Grünfläche“ drum herum. Im ersten Sommer beschränkte ich mich auf die rudimentäre Pflege des vorhandenen Blumenbeetes, was an und für sich schon ein Akt war. Doch dann geschah in den dunklen Wintermonaten um den Jahreswechsel Folgendes mehr als einmal: In den späten Abendstunden hörte ich Schritte auf dem das Haus umgebenden Kiesweg. Bis ich zur Tür draußen war, sah ich im Höchstfall noch eine Gestalt mit dunklem Kapuzenpulli davon rennen. Ich rief die Polizei an und dort sagte man mir: Lichten Sie den Garten, so dass er von der Straße aus einsehbar ist und schaffen Sie sich eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder an. Da ich genau diesen Rat bereits von meinem Lieblingsnachbarn erhalten hatte, machte ich mich daran, ihn endlich in die Tat umzusetzen. Dazu sei noch erwähnt, dass dort, wo jetzt grünes Gras zu sehen ist, die Bäume bis auf den Boden beastet waren, darunter sich im besten Fall Moos befand und die Büsche entlang der Straße zu einer Art verfilzten Hecke zusammen gewachsen waren. Mit Hilfe eben jenes Nachbarn, eines weiteren Bekannten mitsamt seines Traktors plus Anhänger und Kettensäge, machten wir uns über die überdimensionierten Friedhofsgewächse her und schaukelten schließlich 600 kg Baumschnitt im Schneckentempo per Trekker über die Bundesstraße zur örtlichen Kompostierungsanlage. Waghalsige Klettermanöver auf der Terrassenmauer brachten die Außenbeleuchtung perfekt justiert zum Einsatz. Danach entließ ich die hilfreichen Herren, spukte in die (behandschuhten) Hände und machte mich über den „Rest“ her.

Es galt die Büsche der „Filzhecke“ zu lichten, die Rabatten vom Unkraut zu befreien und dann das Moos … das MOOS … zu entfernen. Nun, ich wusste ja, dass es Rollrasen gibt. Aber nun weiß ich auch, dass es Rollmoos gibt. Bahnenweise habe ich es vom Untergrund geschabt und in blaue Müllsäcke gepackt … es wurden fast 20. Zum Glück wurde es irgendwann dunkel und ich musste aufhören, denn es war inzwischen wie ein Sucht … hier ein Hälmchen … da ein Blättchen … zupf … rupf … schnipp … schnapp!

Während ich mein Tageswerk mit einer Flasche Bier feierte, darüber sinnierte, wie oft ich wohl mein Auto beladen müsste, um die vielen Kubikmeter Astabschnitt der Sträucher und die blauen Säcke zur Kompostanlage zu schaffen, checkte ich meine Mails und bekam erst mal einen Lachflash. Meine Vermieterin hatte mir geschrieben und für den morgigen Tag die Gärtner angekündigt, die sich „ein bisschen“ um den Garten kümmern sollten. Die Herren staunten dann nicht schlecht, als sie meine Vorarbeit sahen. Gerne erklärten sie sich bereit, den Grünmüll zu entsorgen und dann Gras aus zu sähen. Und so habe ich nun vor dem Haus meine kleine Oase ….

Inzwischen ist das Gras ordentlich gewachsen, ich habe meine ersten Erfahrungen im Rasen mähen gemacht – ja, ich bin natürlich auch einmal über das blöde Kabel gefahren – zwischen den Büschen an der Straße ziert roter Rindenmulch den Boden, es blühen Rosen, Dahlien, Nelken, Glockenblumen und vieles mehr im Blumenbeet, Solarleuchten lassen im Dunkeln den Kiesweg und die Keramikschnecke plus ihrem Froschfreund sanft erstrahlen … jetzt fehlt nur noch ein echter Gartenzwerg!

Natürlich nimmt die Arbeit kein Ende, noch ist ja nur der Teil vor dem Haus schick gemacht … aber es macht Spaß, entspannt und ich bin schon ein bisschen stolz auf die Leistung. Jetzt bleiben sogar die Leute auf der Straße stehen und werfen bewundernde Blicke in den Garten … ick freue mir!

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