DIE WISSENSCHAFT DER „MIGGEBLÄTSCH“

Wahrscheinlich kann ein Jeder ein Lied von diesen lästigen Flugsubjekten singen, die zur halbwegs warmen Jahreszeit unsere wohlverdiente Ruhe stören … sei es am Kaffeetisch auf dem Balkon, beim Feierabenddrink im Biergarten oder gar nachts im Bett auf der Suche nach dem erlösenden Schlaf. Manche der fliegenden Kleinterroristen kitzeln und surren lediglich, andere können fies stechen oder saugen sogar Blut. Doch sind wir mal ehrlich … Keiner braucht sie so wirklich in seiner unmittelbaren Umgebung! Ich möchte ja nicht ihre notwendige Existenz als Futter für Andere abstreiten, das heißt aber noch lange nicht, dass sie zur eigenen Deckung um mich herum schwirren müssen. Nun gibt es mehrere Varianten, sich dieser sechsbeinigen Mitbewohner zu entledigen. Neben der chemischen Sprühkeule gibt es Mittelchen zum Eincremen, deren Duft allerdings nicht nur Insekten sondern auch Mitmenschen zum Abstand halten animiert. Und dann gibt es da die nackte rohe Gewalt, die verbunden mit einem lauten Klatschen, zermatschte Leichen hinterlässt … so der Jäger die adäquate Mordwaffe verwendet, reich an Erfahrung ist und relativ flink in seinen Bewegungen.

Doch was verwendet Frau/Mann denn da am liebsten? Also mein Großvater versuchte sich an der gemeinen Stubenfliege zuerst einmal mit den bloßen Händen. Erst im Nachgang kam die zusammengerollte, geliebte Bildzeitung zum Einsatz. Oma hingegen schwor auf tieffliegende Hauslatschen. Da musste immer mit erheblichem Kollateralschaden gerechnet werden, deshalb stieg sie im Laufe der Zeit auf nasse Handtuchzipfel um. Hatte definitiv den Vorteil, dass sich die Flecken an Decke oder Wand in Grenzen hielten.

Irgendwann muss dann die Industrie Witterung aufgenommen haben, denn hier tat sich eine Marktlücke auf, in der man mit legalem „Waffenverkauf“ einer Menge Menschen hilfreich zur Hand gehen konnte. Der Stuttgarter Erfinder Erich Schumm ließ sich 1953 ein Patent auf ein Kunststoffmodell eintragen. Gut drei Jahrzehnte davor meldete Markus Heidbreder bereits eine gewehrartige Fliegenklatsche als Patent an … wobei wir wieder bei besagtem „Waffenverkauf“ wären. Inzwischen gibt es Modelle, die mit Strom arbeiten, hat den Vorteil, dass die Opfer nicht mehr zermatscht vom Untergrund gewischt werden müssen. Für Tierfreunde gibt es die Variante mit Klebenetz, einmal gefangen, könnte man das Tierchen vorsichtig vom Netz befreien und umsiedeln … könnte … wenn man wollte.

Unsere Familie setzt auf das einfache, kostengünstige Plastikmodell. Allerdings haben eigene Studienreihen gezeigt, dass Plastikklatsche noch lange nicht gleich Plastikklatsche ist. Fazit: Was schön aussieht ist meist nicht wirkungsvoll, da es zuviel Wind macht und das wirkt wie Fliegeralarm auf die Fliegen. Ist der Stiel zu weich, oder auch die Klatschfläche, trifft der Schlag nicht hart genug und das Opfer kann entkommen. Ist er zu hart, neigt er zum Durchbrechen … vor allem, wenn über motivierte Kinder zur Tat schreiten. Im Titelbild sieht man unser präferiertes Modell, erhältlich in vielen Farben und auch rund um den Globus.

Nachtrag: Auch Spinnen gehören nicht zu den Tieren, die ich in meiner Wohnung nicht mag. Hier verwende ich allerdings die Becher-Postkarten-Methode um sie lebend in den Garten zu befördern. Dass es Menschen gibt, die da anders drüber denken, habe ich in meinem letzten Urlaub erlebt:

Sie: Schatz, da sitzt eine Spinne an der Decke! Er: Nein Kleines, das ist ein Bohrloch! Sie: Bohrloch mit acht Beinen?! Er: Ok, ok, ok …. klatsch!! jetzt ist das Bohrloch auf jeden Fall tot! … am nächsten Morgen: Sie: Schatz, das Bohrloch ist wieder da! Er: ???? Sie: Dein Bohrloch mit meinen acht Beinen ist auferstanden und sitzt wieder an der Decke!

 

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