MILTENBERG – ÜBER DEN ODENWALD GEHÜPFT, AM MAIN GELANDET

Ein bisschen Kultur sollte frau ja den lieben Kleinen auch in den Sommerferien bieten. Der Hitze schuldig trieb es uns also über den Odenwald bis an den Main nach Miltenberg. Hier konnten wir frische Luft, Wassernähe, ein bisschen Bummeln und den Touch von kulturellem Hintergrund vereinen. Nach knapp 70 Kilometern und eine Stunde später erreichten wir unser Ziel. Die Begrüßung war wenig schmeichelhaft, denn die Hauptstraße in die Stadt hinein war komplett gesperrt, natürlich ohne ausgeschilderte Umleitung. So suchten wir unweit des Sachsendenkmals – eine Erinnerung an 62 Soldaten, die vor einigen Jahrhunderten  beim Übersetzten mit einer Fähre ertranken, als diese kenterte und mit Mann und Maus unterging – ein schattiges Plätzchen zum Parken und machten uns zu Fuß auf die letzten paar Hundert Meter.

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Zum Glück zieht sich die sehr charmante Altstadt parallel zum Fluss etwas oberhalb der gesperrten Hauptstraße entlang. Schöne Ecken wohin das Auge schweift.

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Ich bin bis dato immer davon ausgegangen, dass das Frankenland eine Weingegend ist, auf den ersten Metern wurde der Eindruck auch bestätigt.

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Doch schon die früheren Hochwohlgeborenen hatten erkannt, dass es neben Wein auch „anderes Gesöff“ gäbe und so wunderte es nicht weiter, dass wir ein Brauhaus nach dem anderen passierten.

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Inzwischen selbst recht durstig geworden, erreichten wir genau zur rechten Zeit den sehr schön anzusehenden Marktplatz, weitläufig und doch gemütlich, mit ausreichend Gelegenheiten, Durst und Hunger zu stillen. Hier und in der gesamten Fußgängerzone reiht sich ein denkmalgeschützes Haus neben das Andere. Fachwerkhäuser mit Hingabe zum Detail, aber auch prunkvolle Steinbauten, in denen zu frühern Zeiten meist Ämter, Regierende oder militärische Einrichtungen untergebracht waren.

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Die kleine grüne Oase in der Mitte des Platzes bot genau die richtigen Voraussetzungen, um sich für eine Schifffahrt auf dem Main zu stärken und vorzubereiten.

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Weiter durch die Fußgängerzone mit den hübschen Fachwerkhäusern fanden wir den Weg zum Rathaus. Von dort den Hang hinauf geblickt, sahen wir die letzten Ausläufer der Altstadt, bevor wir uns bergab dem Mainufer zuwanden.

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Hier wurden wir begrüßt von einem mächtigen Brückentor, das über einer rote Sandsteinbrücke thronte.

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Die Stunde Zeit, die wir hatten, bis das nächste Schiff zur Rundfahrt aufbrach, verbrachten wir am Mainkai im Schatten, umgeben von jeder Menge Enten, Gänsen und Schwänen, letztere fauchten vorbeischlendernde Hunde mit großem Vergnügen an, waren aber ansonsten allesamt eher auf einen Leckerbissen scharf, denn auf Ärger aus.

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Wer sich nicht an dem schönen Anblick, der Ruhe und dem Beobachten der Schifffahrt erfreuen möchte, kann in unmittelbarer Nähe der Anlegestation auch eine Runde Minigolf spielen.

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In unserem Rücken erhob sich das imposante Hauptgebäude des ehemaligen Bahnhofs.

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Die Rundfahrt dauerte etwa eine Stunde. Es müssen mindestens acht Teilnehmer zusammen kommen. Die Preise sind erschwinglich, Kinder 6,00 Euro, Erwachsene 9,50 Euro. Der Kapitän erzählt einiges über die Stadt und das Umland, wobei ich mehr Gefallen an seinem ungarischen Akzent hatte, als an den Informationen.

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Zuerst ging es Richtung Kleinheubach bis zur Mainschleuse. Kurz bevor die Kinder die Köpfe einzogen, weil sie Angst hatten, wir passten nicht unter der Brücke durch, wendete das Schiff.

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Wir passierten also zwei Mal die „Ufermeile“ Miltenbergs, mit schöner Sicht auf den ältesten Teil der Stadt, wo die Häuser teilweise noch auf den Resten der Stadtmauer erbaut sind. Etwas getrübt durch reichlich Bagger, Laster und Kräne. Dann ging es weiter Richtung Bürgstadt.

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In den seichten, teilweise von kleinen Dämmen umgebenen Randzonen des Mains wurde überall gebadet, Picknickdecken bildeten bunte Punkte auf den grünen Wiesen, kleiner Boote aus dem benachbarten Jachthafen zogen mehr oder weniger schnell am Ufer entlang.

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Linker Hand die Hügel des Spessarts, rechter Hand die Ausläufer des Odenwaldes. Der Main bildet hier die natürliche Grenze zwischen den beiden Hügelketten, so wie er früher die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien kennzeichnete. Und endlich kam ich auch in den Genuss vereinzelter Weinberge.

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Auf den letzten hundert Metern bis zur Anlegestelle hatten wir noch einmal einen grandiosen Blick auf Miltenberg, den Hang hoch erkannten wir die Burg Miltenberg, die imposanten Herrenhäuser und Gotteshäuser. Durch die Hitze doch recht geschafft, machten wir uns auf kürzestem Weg zum Auto zurück, auch wenn das hieß, durch den Staub und Teergestank der Baustelle zu gehen. Auf dem Rückweg hätten wir noch einen Abstecher nach Bad König oder der Burg Breuberg machen können, aber weder der schöne Kurpark, noch die Aussicht auf einen kleinen Anstieg bis zur Burg stießen bei den Kindern auf Gegenliebe. …. Irgendwie verständlich. Also ging es durch den Odenwald zurück nach Darmstadt, wo der über der Dieburger Straße thronende und sehr schattige Darmstädter Biergarten mir die Möglichkeit gab, an diesem Abend nicht mehr kochen zu müssen … PROST UND GUTEN HUNGER!

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