STAU – IN DER AUTOBAHNRASTSTÄTTE

Sommerzeit – Ferienzeit – Reisezeit – Stauzeit … wer kennt das nicht. Sobald die Sommerferien beginnen, füllen sich die Autobahnen, verstopfen, nicht nur dank des erhöhten Verkehrsaufkommens, sondern auch dank der termingerechten Einrichtung neuer Baustellen auf den Hauptverbindungsstrecken. Nach stundenlanger Sitzerei im Auto – die gefahrene Kilometerzahl muss dabei nicht unbedingt beeindruckend sein – soll es vorkommen, dass nicht nur das Automobil Durst hat, sondern auch dessen Insassen. Neben dem dringenden Bedürfnis, bereits verwertete Flüssigkeit entsprechend zu entsorgen. Über den Zustand und die Sauberkeit deutscher Autobahnraststätten und – parkplätze hatte ich mich ja an anderer Stelle schon einmal ausgelassen, wobei die für diese kleine Geschichte Verantwortliche in Bezug auf ihre Sauberkeit eine rühmliche Ausnahme darstellte … dies soll aber auch der einzige positive Punkt bleiben. Ich hatte irgendwo mal aufgeschnappt, dass die Fastfoodkette mit dem großen roten M jetzt zunehmend die Pausenperlen auf den Beton-und Asphaltschnüren durch die Republik bewirtschaften wollen, nun, ich landete einen Treffer! Neben dem sehr begrenzten Speisenangebot bin ich keine Freund von langen Diskussionen ob große oder kleine Pommes, mit Mayo oder Ketchup, small, medium oder large Getränk, welche Sauce soll es denn sein, zum hier essen oder mitnehmen … Himmel reine Zeitverschwendung … Durst! Hunger! Natürlich zog ich den Hauptgewinn! Allein schon mein Wunsch nach Kaffee und Cola light hätte mich eigentlich dazu gezwungen, in zwei Schlangen anzustehen, so ich wert auf eine Tasse für das Heißgetränk gelegt hätte … solche Extrawürste legte ich sofort wieder ad acta. Von vorhandenen sechs Kassen waren lediglich drei besetzt, entsprechend lang die Schlangen an jeder. Und nicht etwa einsame Teenager, die schnell mal nen Burger reinschieben wollten, sondern ganze Familienclans. Einschließlich Oma im Rollstuhl, die auf dem Weg zu Toilette die fein säuberlich aufgereihten Menschenketten vor den Kassen aufgrund der Enge der Location komplett ins Chaos stürzte. Hinte mir eine Mutter mit drei Mädels, anscheinend Fastfood-Profis, denn hier wurde lobenswerter Weise die Wartezeit dafür genutzt, die Bestellung bis ins Detail auszuarbeiten und á la Mantra zu verinnerlichen, bis man/frau an der Reihe war. Vor mir hingegen ein Vater, eher unerfahren was die Essgewohnheiten seiner zwei Sprösslinge betraf, aber gesegnet mit einer Engelsgeduld und absolut willens hier ein Paradebeispiel seiner Erziehungskunst abzuliefern. … Sohn, was möchtest du essen? Nen Burger. Sag das doch bitte der netten Dame. Nen Burger. Junger Mann du willst einen Burger? Ja! Tochter und du? Pommes. Sag das doch bitte auch der Dame. Pommes. Also, du willst Pommes? Ja! Eine große oder eine kleine Portion? Klein! So, also eine kleine. Mit Ketchup oder Mayonnaise? Nix! Aha, du bekommst also nichts zu deiner kleinen Portion Pommes? Nö! … Ich könnte jetzt das gesamte Familienmenu durcharbeiten, möchte jedoch die Geduld der Leser nicht so strapazieren, wie es jener Vater mit den Wartenden hinter ihm tat. In der Nachbarschlange spielte sich derweil ein Drama ab. Ein ältere Dame wollte ihre drei Toilettenbons gegen ein Kaltgetränk einlösen, jedoch waren der Bonwert und der Preis des Getränks nicht identisch … katastrophal! Derart abgelenkt, verpasste ich es fasst, meine Bestellung abzugeben. … Eine mittlere Cola light und einen doppelten Espresso bitte. Small, medium oder large die Cola? MITTEL!!! Also medium? JA! Und einen doppelten Espresso. Den kann ich Ihnen hier nicht machen. Hinter Ihnen steht aber eine Kaffeemaschine. Ja, aber da ist Espresso nicht einprogrammiert. Den müssten Sie sich nebenan holen … Ein Blick auf die Schlange am Cafécounter ließ mich in Sekundenschnelle die Entscheidung treffen, auf mein Heißgetränk zu verzichten. Nach etwa 25 Minuten Wartezeit erhielt ich einen leeren Pappbecher mit der Bemerkung: Getränke sind in Selbstbedienung hinter Ihnen. Kurz überlegte ich, ob ich nicht den Verbessserungsvorschlag machen sollte, für Kunden, die lediglich einen Getränkewunsch haben, einen mit Kleingeld zu bestückenden Automaten zu installieren. Aber mein Mitleid mit den Wartenden hinter mir hielt mich davon ab. … Wer einmal eine Reise tut, der kann auch so was erleben … Konsequenz: Thermoskanne und gut bestückte Kühltasche sind ein MUSS!

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