DARMBACH … KANN SO IDYLLISCH SEIN

Ferienzeit ist Ausflugszeit. Es muss ja nicht immer gleich die große weite Welt sein, wenn es vor der Haustür so schöne Ecken gibt. Wie zum Beispiel das Gebiet rund um die Darmbachquelle im Darmstädter Ostwald. Die dort ummauerte Quelle ist zwar nicht der tatsächliche Ursprung des knapp 57 Kilometer langen Gewässers, der liegt knapp einen Kilometer entfernt, dennoch mutet der tief im Wald vergrabenen Ort idyllisch und ein wenig geheimnisvoll an. Mit dem Auto kommt man zum Glück nicht hin, zu Fuß ist es ein ordentliches Stück, deshalb haben wir das Fahrrad gewählt. Zwar mussten wir, aus Weiterstadt kommend, quer durch die Darmstädter Innenstadt, so dass mitfahrende Kinder wirklich sehr verkehrssicher sein sollten. Wie es Quellen so an sich haben, muss man auch in diesem Fall zum Ziel ein wenig bergauf strampeln, doch bietet der Weg dorthin genug Anreize und Rastpunkte, um keinen Stress aufkommen zu lassen. Da liegt zum Beispiel der Große Woog, durch den der Darmbach auch fließt, mit seinem einladenden Woogs Café direkt am Ufer an der Strecke, daneben gleich ein Grünstreifen mit ausreichend Spielmöglichkeiten für die kleinen Radler. Weiter geht es Richtung Vivarium. Wer jetzt keine Lust mehr hat, bleibt halt einfach dort und tummelt sich zwischen den exotischen Tieren, die sich über jeden Besucher freuen. Sollte man zu Fuß zur Quelle wollen, wäre der Parkplatz am Vivarium auch eine gute Ausgangsstation. Den Kassenbereich des Darmstädter Zoos lässt man ansonsten links liegen, nimmt den ersten Eindruck des renaturierten Darmbaches auf der rechten Seite schon mal mit, passiert eine Eisenbahnbrücke und landet im Wald.

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Der Weg ist gut befahr – und begehbar, auch mit Kinderwagen. Die hölzernen Wegweiser zieren viele Kreuzungen, auch wenn die Darmbachquelle oft nicht ausgeschildert ist, so kann man sich an der Fischerhütte orientieren. Rechts vom Weg schlängelt sich jetzt in vielen Windungen das kleine Gewässer durch sein Bett. Nach ein paar hundert Metern kommt eine Art Aussichtspunkt, ein Stück verbreiteter Waldweg, umgeben von einem Geländer, mit Bank zum Rasten und zu meiner ganz besonderen Freude mit einer Tafel, auf der der Text von „Der Mond ist aufgegangen“ zu lesen ist. Kindheitserinnerungen der besonders gefühlvollen, intensiven Art.

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Hier ist das Bachbett etwas verbreitert und man kann es gut erreichen. Deutlich sind die Spuren der Kinder zu sehen, die sich als Biber betätigt haben und mit kleineren oder größeren Ästen Staudämme errichtet haben.

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Hier wird es dann schon etwas schwieriger, die lieben Kleinen zum Weiterfahren zu animieren. Vielleicht kann ja das Versprechen, bald eine kühle Limo und was Leckeres zu Futtern sie noch mal anspornen. Denn in der Fischerhütte, einem beliebten und bekannten Ausflugslokal wird mit Sicherheit jeder fündig. Das Ambiente des Gastraumes und der nach hinten gelegenen Terrasse ist sehr ansprechend. Die Freiluftplätze nach vorne sind etwas uncharmanter gestaltet, aber das frisch gezapfte Grohe schmeckt auch dort. Der Spielbereich für die Kleinen ist durchaus ausbaufähig, hier gibt es nur einen kleinen morschen Sandkasten mit ein paar Plastikspielsachen.

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An der Fischerhütte beginnen die typischen, durch den Darmbach angestauten Fischteiche. Sie reihen sich wie Perlen auf einer Kette aneinander, umgeben von Schilf.

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Frisch gestärkt lässt sich der Rest des Weges bestimmt ohne Probleme bewältigen. Noch ein paar Hundert Meter und dann geht rechts ein kleiner Trampelpfad hinunter zur ummauerten Quelle.

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Das Wasser ist klar und kalt, es schmeckt nicht nur hechelnden Vierbeinern sondern auch durstigen Wanderern. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf den Oberjägermeisterteich.

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Krabbelt man auf der anderen Seite den Abhang etwas hinauf, so erreicht, nach links gewendet, die flachere Uferregion des Teiches, die sich sehr gut zum Picknicken eignet. Der Rückweg geht dann fast von alleine … wobei man ja im „Notfall“ die Rastpunkte des Hinwegs ansteuern könnte …

Der Darmbach wird übrigens, sobald er den Großen Woog durchquert hat, in die Darmstädter Kanalisation eingeleitet und gelangt auf diesem Weg in die Kläranlage. Als gereinigtes Imitat seines Ursprungs verlässt er diese wieder und fließt so geläutert nur ein paar Meter hinter meinem Gartenzaun entlang. Nicht immer ganz duftfrei, wie man sich vorstellen kann – deshalb der wenig charmante Beiname Stinkbach-

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